Ein neues Zuhause für Steinkrebse in der Munimatt
Mit Bachöffnungen wird dem Steinkrebs im Süden der Stadt neuer Lebensraum bereitgestellt.

In Lenzburg leben Steinkrebse in der Umgebung der Bushaltestelle Föifweiher und des Stadtbaches an der Ammerswilerstrasse. Nicht gerade wohnlich, denn die Abflüsse aus Föifweiher und Zwöiweiher sind ausserhalb des Waldes weitgehend in Röhren verlegt.
Seit einigen Wochen sind Bauarbeiter mit einem Bagger daran, die Gewässer an die frische Luft zu holen. Auf einer Länge von rund 350 Metern ist ein Graben von 0,4 Metern Breite und einer unterschiedlichen Tiefe bis zu einem Meter ausgehoben worden. Das geöffnete Gewässer im Raum Munimatt führt entlang des Waldes, des Radweges Ammerswil–Lenzburg und mündet in den Stadtbach.
Sommerkalte Fliessgewässer
Das Profil überrascht und ist keineswegs mit einem offenen Gewässer mit flachen Ufern vergleichbar. Doch die Gestaltung ist auf die Bedürfnisse der Steinkrebse zugeschnitten. Der Stein- oder Bachkrebs, als die kleinste europäische Flusskrebsart, liebt kleine, sommerkalte Fliessgewässer, die frei sind von organischer Belastung und kommunalen Abwässern.
Vorgängig musste in den Waldsaum des Ortsbürgerwaldes Lenzburg eingegriffen werden. Mehrere Wurzelstöcke wurden bewusst nicht beseitigt und in die Gestaltung des Bachraums eingebunden. Gemäss Projektleiter Markus Steimer vom Stadtbauamt Lenzburg gilt die Gewässeröffnung als ökologische Ausgleichsmassnahme für den Eingriff in die Natur und Landschaft beim Bau des Autobahnzubringers in Lenzburg. Zuversicht ist angebracht, dass sich die Steinkrebse im geöffneten Gewässer wohlfühlen und sich der Bestand erfreulich entwickelt. In der Schweiz gilt der Steinkrebs als stark gefährdet.



