Ein Ja mit Murren zum Kunstrasen

Einwohnerrat Die Sportanlage Wilmatten soll für 1,4 Millionen Franken saniert werden und damit auf dem Nebenplatz mit einem Kunstrasen ausgerüstet werden. Trotz deutlichem Ja wurden im Parlament Bedenken laut.

<em>Bekommt auf dem Nebenplatz ein unverfülltes Kunstrasenfeld:</em> Die Lenzburger Sportanlage Wilmatten. Foto: Fritz Thut
<em>Bekommt auf dem Nebenplatz ein unverfülltes Kunstrasenfeld:</em> Die Lenzburger Sportanlage Wilmatten. Foto: Fritz Thut

Die beiden einzigen Kreditanträge an der sechsten Einwohnerratssitzung der Legislatur wurden eifrig diskutiert. Es ging um 1,4 Millionen Franken für die erste Sanierungsetappe der Sportanlage Wilmatten und um 200000 Franken für die Sanierung der Hammermattenstrasse.

Im Gegensatz zu den jüngsten Vorlagen aus dem Sozial- und Finanzdepartement konnte sich die Exekutive diesmal keine Bestnoten abholen. Verschiedene Redner monierten gar, es würden nötige Unterlagen fehlen. Heiner Cueni (FDP) brachte es bei der Diskussion über die Sanierung der Zufahrtsstrasse zu Kletterhalle und Hammerpark auf einen einfachen Nenner: «Die Vorlage könnte ausführlicher sein.»

Zweimal Rückweisung von GLP

Die Grünliberale Partei erwies sich für einmal als Oppositionspartei. Gleich bei beiden Geschäften stellten sie einen Rückweisungsantrag – und beide Male erlitten sie damit erwartungsgemäss Schiffbruch.

Für Martin Geissmann (GLP) liess die Hammermattenstrassen-Vorlage «verschiedene Fragen offen». Er verlangte deshalb eine Überarbeitung und eine Einbettung in ein Gesamtkonzept, welches etwa auch die allfällige Verlängerung der Ringstrasse Nord einbezieht: «Sonst macht man die Übung doppelt.»

Franck Robin (SP) als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK) hatte den Stadtrat schon auf die Problematik der schwächeren Verkehrsteilnehmer aufmerksam gemacht und ihn im Namen seiner Partei gebeten, hier Tempo 30 zu prüfen. In der Schlussabstimmung setzte sich die Erkenntnis, möglichst schnell etwas zur Behebung des maroden Zustands des Weges zu unternehmen, mit 31 zu 8 Stimmen durch.

Grüne wollen Pink

Der Löwenanteil des Wilmatten-Sanierungskredites, gut eine Million Franken, ist für die Anlage eines Kunstrasenfeldes vorgesehen. Damit soll dem Fussballclub ein ganzjähriger Trainingsbetrieb ermöglicht werden. «Ein bisschen viel Geld für einen einzelnen Verein», war in verschiedenen Voten zu hören. «Der FC ist Hauptnutzer. Er ist ein wichtiger Faktor in der Stadt – wie alle Sportvereine», hielt Beat Hiller (GLP) als Präsident und Sprecher der GPFK fest.

In der vorberatenden GPFK-Sitzung seien viele Fragen aufgetaucht. Man vermisste Varianten und längerfristige Kosten- und Umweltfolgen. Die GPFK stellte den Änderungsantrag, zwingend jenes Kunstrasensystem ohne Granulatverfüllung anzuschaffen. Stadtammann Daniel Mosimann zog darauf den ursprünglichen Antrag zugunsten dieser Änderung zurück.

Damit war das Geschäft aber noch nicht in trockenen Tüchern. Verschiedene Redner verlangten vom FC ein stärkeres (finanzielles) Engagement. «Mit dem Clubbeizausbau statt eines Beitrags an den Rasen setzt der FC eine falsche Priorität», sagte etwa François Kuhlen (FDP). Man habe in der FDP-Fraktion sogar einen Rückweisungsantrag diskutiert, doch damit komme es nur zu «einer unnötigen Verzögerung».

Der Rückweisungsantrag mit der Forderung, einen andern Standort abseits der Naturlandschaft am Aabach zu suchen, kam gleichwohl, vorgetragen von Chantal Toker (GLP). Auch Lukas Häusler (Grüne), der für den Wunsch des FC nach mehr Platz Verständnis aufbrachte, fand es schade, dass kein alternativer Standort geprüft worden war. Sein Vorschlag, den Kunstrasenplatz – wenn schon – durch eine andere Farbe, etwa Pink, kenntlich zu machen, erntete Heiterkeit.

In der Sache änderte sich die Meinung der Einwohnerräte nicht mehr: Der Rückweisungsantrag kam auf 9 Stimmen; die Schlussabstimmung ergab 28 Ja, 7 Nein und 4 Enthaltungen.

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