Druck für Tempo 30 wird erhöht
Mit der hauchdünnen Überweisung eines Postulats verlangt der Lenzburger Einwohnerrat mehr Sicherheit auf einem Kantonsstrassenabschnitt.

Zwischen der Aabachbrücke und dem Kindergarten Widmi soll auf den Strassen Aavorstadt, Burghalden- und Ammerswilerstrasse zur Hebung der Sicherheit vorab für die schwächeren Verkehrsteilnehmer Tempo 30 eingeführt werden. Da diese Massnahme nicht in der Kompetenz der Stadt liegt, soll sich der Stadtrat bei den zuständigen kantonalen Stellen dafür einsetzen. Dies verlangt ein Postulat, das der Einwohnerrat mit 18 zu 17 Stimmen überwies.
Frage der Wirksamkeit
Dass das Thema umstritten ist, zeigt die Tatsache, dass die Abstimmung wiederholt werden musste; zuerst war eine Ablehnung mit dem gleichen Ergebnis verkündet worden. Entscheidend waren also die Absenzen im in dieser Frage völlig in je ein nahezu gleich grosses Links- und Rechtslager geteilten Rat.
«Braucht es einen Unfall, bevor etwas unternommen wird?», fragte Anja Vögeli (SP), die mit ihrer Eingabe verlangt, dass sich der Stadtrat für eine Temporeduktion auf diesem Abschnitt einsetzt. Mit dem Postulat wolle man verhindern, dass die im Mai mit 645 Unterschriften versehene Petition von Rolf Glückler «in einer Schublade verschwindet».
Die Ratsrechte sprach sich nicht gegen mehr Verkehrssicherheit aus, doch verspricht man sich vom eingeschlagenen Weg nicht viel. Stephan Weber (FDP) sah «keine Wirkung im Ziel» und sprach von einer «Arbeitsbeschaffung für die Verwaltung». Myrtha Dössegger (SVP) wollte «nicht noch mehr Signalschilder» provozieren und forderte «mehr Eigenverantwortung von allen Verkehrsteilnehmern».
Letztendlich setzten sich die Argumente der geschlossenen Linken gegen jene der beiden grossen bürgerlichen Fraktionen durch: «Wir als Einwohnerrat dürfen beim Kanton sicher Wünsche anbringen. Die politische Wirkung ist wichtiger als die rechtliche», appellierte Martin Killias (SP) an seine Kollegen.



