Die Feuertaufe von Mani Sokoll

Standortförderung Thema des vierten Forums Wirtschaft trifft Politik des Gemeindeverbandes Lebensraum Lenzburg Seetal ist Standortförderung. «Bringen Schlösser Arbeitsplätze» lautet der bewusst provokativ gewählte Titel.

<em>Hat sich gut in die neue Aufgabe eingelebt:</em> Mani Sokoll, Leiterin Standortförderung beim «Lebensraum Lenzburg Seetal». Foto: Fritz Thut
<em>Hat sich gut in die neue Aufgabe eingelebt:</em> Mani Sokoll, Leiterin Standortförderung beim «Lebensraum Lenzburg Seetal». Foto: Fritz Thut

Beim Forum am 21. August kommt Mani Sokoll zum ersten grossen öffentlichen Auftritt, seit sie im Februar ihre 60-Prozent-Stelle als Leiterin Standortförderung beim Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) angetreten hat. Sie ist nicht nur Teilnehmerin an der Podiumsdiskussion, sondern war auch massgeblich an der Vorbereitung des Anlasses beteiligt.

Die ausgebildete Mediatorin hat sich mit viel Elan in die neue Aufgabe gestürzt. Nicht blindlings, sondern mit System: «Für mich sind die folgenden Schritte wichtig: Beobachten, analysieren, zuhören, kommunizieren.» Diese Idee, sich zuerst mit der Region, die sie ja gegen aussen «verkaufen» muss, vertraut zu machen, ist sicherlich richtig.

Alle Gemeinden besucht

«Der LLS», das hat Mani Sokoll schnell festgestellt, «ist ein heterogenes Gebiet. Ein Gebiet mit 26 Gemeinden, also 26 Identitäten und 26 verschiedenen Bedürfnissen.» Mit Besuchen in allen «Lebensraum»-Gemeinden hat sich die Standortfördererin vor Ort ein Bild über diese teilweise massiv divergierenden Bedürfnisse gemacht. Mit dieser Vorstellungsrunde konnte da und dort das Eis gebrochen werden, denn es ist kein Geheimnis, dass nicht alle Gemeindevertreter Sokolls Stelle von Beginn weg positiv gesinnt waren, ja an LLS-Vorstandssitzungen wurde kritisch hinterfragt, ob es denn Aufgabe eines Gemeindeverbandes sei, aktiv Standortförderung zu betreiben.

«Ich habe bei meinen Besuchen diverse Reaktionen erlebt», blickt Mani Sokoll zurück. Eine positive Erfahrung war, dass ausgerechnet eine Gemeinde, die der Standortförderung am Anfang eher kritisch begegnete, nun als erste einen konkreten, separat zu entschädigenden Auftrag erteilte. Mani Sokoll: «Das hat mich extrem gefreut. Für mich zeigt dies, dass alles eine Frage des gegenseitigen Vertrauens ist.»

Eine Studie als Grundlage

Neben Vertrauen gehören zur Standortförderung auch nackte Fakten. Um an diese Daten zu kommen, gab man der Fachhochschule Nordwestschweiz einen entsprechenden Auftrag. Mit dieser Studie wurde zuerst der Ist-Zustand erfasst. Und mit der Sicht der externen Wissenschaftler gibt es überraschende Erkenntnisse, etwa bei Cluster-Schwerpunkten. Aber etwas ist überall identisch: Für die Ansiedlung neuer Arbeitgeber hat es im Raum Lenzburg-Seetal kaum mehr freie Flächen.

Der bei den Untersuchungen federführende Professor Claude Wagner wird am Forum Wirtschaft trifft Politik Ergebnisse und Studie präsentieren. «Wir werden nachher im Bereich Standortförderung mit dieser Studie arbeiten», so Sokoll. Aber das Wichtigste wird weiterhin sein, dass man lokale Besonderheiten berücksichtigt. «Die Studie wird ein Mosaiksteinchen unserer Tätigkeit sein», so Sokoll.

Die Leiterin LLS-Standortförderung will das Forum ergebnisoffen angehen. Trotzdem hat sie einen Wunsch: «Ich erhoffe mir eine von einer Mehrheit mitgetragene Einigkeit über das Ziel.» Einen Fehler, den man hier häufig macht, will man vermeiden: «Man darf Standort- nicht mit Tourismusförderung verwechseln», hält Sokoll fest.

Aus diesem Grund ist der Titel «Bringen Schlösser Arbeitsplätze?» eher als bewusste Provokation, denn als themen-einschränkender Rahmen zu sehen. «Weg vom «Jööö-Image», könnte laut Sokoll eine Erkenntnis sein.

Das Programm

Das Forum Politik trifft Wirtschaft findet am Dienstag, 21. August, im Alten Gemeindesaal in Lenzburg statt. Türöffnung ist um 17.30 Uhr. Um 18 Uhr startet die Veranstaltung mit dem Referat von Professor Claude Wagner, Dozent für Standortmarketing an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Anschliessend moderiert Dani Nieth eine Podiumsdiskussion, an der neben Wagner Regierungsrat Urs Hofmann, Unternehmer Rolf Kasper und Mani Sokoll, Leiterin Standortförderung beim «Lebensraum Lenzburg Seetal» teilnehmen. Anschliessend Netzwerk-Apéro. Anmeldung via Formular unter www.wirtschaftsforum-ls.chA (tf)

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