Der Wald in allen Facetten: Zwischen Schatzkammer und Spannungsfeld

Lenzburg Diesen Samstag beginnt die Sonderausstellung «Schatzkammer Wald» des Museums Burghalde. Der vielfältigen Bedeutung dieses Lebensraums wird in der Dépendance Seifi anschaulich Rechnung getragen: Vom Rohstofflager bis zum Erholungsraum wird das Spannungsfeld aufgezeigt.

Ort der Ruhe: Zwei der Protagonisten der Ausstellung «Schatzkammer Wald» im Museum Burghalde, Stadtoberförster Matthias Ott und Kurator Jonas Nyffeler. Foto: Fritz Thut

Ort der Ruhe: Zwei der Protagonisten der Ausstellung «Schatzkammer Wald» im Museum Burghalde, Stadtoberförster Matthias Ott und Kurator Jonas Nyffeler. Foto: Fritz Thut

Blickfang im Eingangsbereich: Einer der ältesten Bäume der Schweiz, ein 13 000 Jahre alter Strunk, gefunden in einer Schlammlawine am Üetliberg.

Blickfang im Eingangsbereich: Einer der ältesten Bäume der Schweiz, ein 13 000 Jahre alter Strunk, gefunden in einer Schlammlawine am Üetliberg.

Er hat sich über lange Zeit und intensiv mit den unzähligen Aspekten des Waldes befasst und erlebte eine Horizonterweiterung. Ausstellungskurator Jonas Nyffeler hielt an der Presseorientierung der neuen Burghalde-Sonderausstellung «Schatzkammer Wald» fest: «Mir hat sich eine neue Welt eröffnet.»

Daran kann ab diesem Samstag auch das Publikum Anteil haben. Im Untertitel des Programmhefts steht «Lebensraum – Inspirationsquelle – Ressource». Zu allen drei Bereichen haben die Ausstellungsmacher, die während der langen Vorbereitungszeit (ursprünglich war die Ausstellung rund um den Wald fürs Jahr 2021 vorgesehen) intensiv mit den Praktikern der Forstdienste Lenzia, insbesondere Stadtoberförster Matthias Ott, zusammengearbeitet haben, viele Facetten zusammengetragen.

Strunk und sprechende Bäume

Recherchieren, also Informationen zusammentragen, ist ein Teil der Arbeit. Diese Erkenntnisse in verständlicher Form so präsentieren, dass die Faszination fürs Thema auf die Besucher überspringt, ist der viel wichtigere Teil der Kuration. In gewohnter Museum-Burghalde-Manier ist dies hier wiederum bestens gelungen.

Das Thema ist schon draussen vor dem Zutritt am Rande des Seifi-Parkplatzes zu sehen: «Wir haben den Wald hier in die Stadt geholt», beschreibt Nyffeler die unterschiedlich hohen Bäume vor dem Eingangsbereich. Im Innern wird man von einem der ältesten erhaltenen Bäume der Schweiz, einem in einer Schlammlawine am Üetliberg konservierten 13000 Jahre alten Strunk, erwartet.

In einem kleinen Labyrinth durchwandert man danach verschiedenen Themenbereiche wie Märchenwald, Heiliger Hain, Grüne Oase oder Forstkultur. Und erfährt anhand von Ausstellungsgegenständen viel über den Wandel der Bedeutung: «Der Wald ist das Fundament der europäischen Zivilisation und hat als Lebensraum den Fortschritt ermöglicht.»

Damit es nicht zu kopflastig wird, kann man an Hörstationen sprechenden Bäumen lauschen und so viel über die verschiedenen Arten und ihre Bedeutung erfahren.

Spannungsfeld im Bretterlager

Im zweiten Raum, einem nachgebildeten Bretterlager, wird dem Spannungsfeld, dem der heutige Wald mit seinen vielen Nutzungen ausgesetzt ist, Rechnung getragen. In Videobotschaften verraten zwölf Waldbesucher, vom Yogi bis zur Naturschützerin, ihre Ansprüche. «Unser Ziel ist es, Verständnis dafür zu schaffen, wie viel der Wald leistet», so Nyffeler.

Die Besucher können aber selbst aktiv werden. Nicht etwa mit Baumfällen, sondern an einem eigens in Zusammenarbeit mit dem Future City Laboratory der ETH programmierten Computersimulator. Hier kann man schauen, welche Auswirkungen welche Entscheidungen haben.

Eine Schnitzeljagd durch die Ausstellung für Kinder, Murmelbahnen an sieben Stationen zwischen dem Gofi und dem Museum Burghalde und diverse übers Jahr verteilte Aktionen in allen Lenzia-Gemeinden ergänzen die Ausstellung, die einmal mehr den Zeitgeist trifft.

Schatzkammer Wald

Sonderausstellung des Museums Burghalde Lenzburg. – Dauer: 4. März bis 26. November. – Ort: Dépendance «Seifi», Burghaldestrasse 57.

Termine. Samstag, 4. März, 14 bis 17 Uhr, Ausstellungseröffnung. Als besonderes Spektakel erschafft der Kettensägekünstler Lukas Senn vor dem Museum eine Skulptur aus Eichenholz.– Sonntag, 27. August: Waldfest. – Ab Mai jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat Wald-Stammtisch zu speziellen Themen.

Pop-up-Ausstellungen (Forum, 2. Stock Museum Burghalde, Schlossgasse 23). 27. April bis 20. August: «Der Aufstieg von Nikin». – 2. September bis 26. November: «Herausragende Pilze – Die Aquarelle von Hans Walty».

Internet: www.schatzkammerwald.ch.

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

Scannen und mitmachen: Der Stadtrat will’s wissen.Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.11.2025

Umfrage zu Sport- und Freizeitanlagen

Umfrage Lenzburg startet eine Umfrage zur zukünftigen Gestaltung von Sport- und Freizeitanlagen.

Eine Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der…

«Fondue i de Gass» war ein beliebtes Angebot und lockte immer viele Menschen an.Foto: Ruth Steiner
Stadt Lenzburg26.11.2025

Rotary-Club Lenzburg-Seetal bringt Tradition zurück

Rathausgasse Nach vier Jahren Pause soll im Advent wieder Fondue-Duft durch die Lenzburger Rathausgasse wehen.
So ein Eseli entzückt Klein und Gross gleichermassen. Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.11.2025

Der Samichlaus kommt an den Chlausmärt

Samichlaus Auch dieses Jahr zieht der Samichlaus am Chlausmärt am 11. Dezember durch die Gassen und verteilt Lebkuchen, Mandarinen und Nüsse an Kinder, die ihm…