Der Lenzburger Pinot ist nun im Fass
Frostschäden im Frühjahr und der verregnete Juni führten zu einer geringeren Traubenernte am Lenzburger Schlossberg. Auch der sonnige September konnte nicht mehr viel ausrichten.

Rund 50 Helferinnen und Helfer, grosse und kleine, trotzten dem garstigen Wetter vom letzten Samstag, 8. Oktober, und ernteten das Traubengut der Ortsbürger am Lenzburger Schlossberg. Gegenüber dem letztjährigen Superjahr gab es diesmal viel mehr Handarbeit. Kaum eine Traube konnte unkontrolliert ins Becken gelegt werden.
Kellermeisterin Kathrin Hartmann zeigte, auf was alles zu achten war. «Grünrote Beeren – wegwerfen, dürre Beeren – wegwerfen, faule Beeren schmecken wie Essig – wegwerfen», erklärte sie zu Beginn, «Lahmsticher, falscher Mehltau oder die Kirschessigfliege sind schuld daran.»
Dann machte sich die Helferschar sogleich an die Arbeit. Und weil eben nicht so viele Trauben an den Stöcken hingen, aber die Schnipplerei umso grösser, ging es länger als auch schon, bis wieder eine Kiste voller Trauben zur Sammelstelle gebracht werden konnte.
Die Qualität wird nie erreicht
Die Stimmung war trotz klammen Fingern gut. Kurt Wernli, verantwortlich für den Ablauf im Rebberg, bescheinigte allen eine gute Note. Bei der Schlusskontrolle, bevor die Trauben ins grosse Fass gelangen, mussten Hansjörg Salm und Gehilfen nicht mehr allzu viel Nachkontrolle betreiben. «Die über 100 Öchslegrad vom letzten Jahr erreichen wir natürlich nie», bestätigte Wernli, «wir schätzen so um die 92 Öchslegrad.» Und auch die Menge war dieses Jahr viel geringer. In vielen Reihen hingen nicht mal die Hälfte Trauben gegenüber dem Vorjahr. Am Abend konnten rund 1500 Kilogramm Trauben in die Trotte der Kellerei ck-Weine in Schinznach-Dorf geliefert werden. Und wie der Wein schmeckt, wissen die Räblüüser dann nächstes Jahr.



