Der Kick von Schwinger Alpiger Nick brachte dem FC Lenzburg kein Glück
Fussball So hatten sich die Lenzburger den Start in die 2.-Liga-Saison nicht vorgestellt. Gegen den kecken Aufsteiger FC Niederwil kassierten sie eine überraschende 1:2-Heimniederlage. Den symbolischen Anstoss führte der Staufner Spitzenschwinger Alpiger Nick aus.
Lange Gesichter machten die Spieler des FC Lenzburg nach den ersten 90 Minuten der neuen Saison. Sie, die laut Co-Präsident Ueli Bruder «eine Platzierung zwischen Rang eins und drei» anpeilen, liessen sich vor 240 erwartungsfrohen Zuschauern vom kecken Liganeuling aus Niederwil übertölpeln.
Ein Eigentor von Fabio Sommer (7. Minute) sowie ein herrlich verwandelter Freistoss von FCN-Techniker Haxha (67.) besiegelten das Schicksal der Lenzburger, der zwischenzeitliche Ausgleich von Michel Schär (9.) war schlicht zu wenig. «Wir waren heute nicht bereit, es hat nicht gestimmt. So gewinnt man in der 2. Liga keine Punkte», zog der sichtlich enttäuschte Co-Präsident Mike Barth ein ernüchterndes Fazit.
Der Schwinger im XXL-Shirt
Weil sie die Fairplay-Wertung des Aargauischen Fussballverbands (AFV) in der vergangenen 2.-Liga-Saison gewonnen haben, durften die Lenzburger das traditionelle «Kickoff-Spiel» gegen Aufsteiger und 3.-Liga-Meister Niederwil durchführen. Und der FCL liess sich nicht lumpen, organisierte vor dem Anpfiff für die geladenen Gäste und die AFV-Offiziellen einen grosszügigen Apéro. Mit Ausnahme von Präsident Hans Aemisegger fand die Führungsriege des Verbands den Weg auf die Wilmatten.
Unter den Augen und Ohren von Lenzburgs Stadtammann Daniel Mosimann (SP) lobte AFV-Vizepräsident Luigi Ponte den FC Lenzburg für den Gewinn der Fairplay-Wertung. Dann trat ein breitschultriger, junger Mann in einem FCL-Shirt der Grösse XXL ins Festzelt und gesellte sich unter die Fussball-Prominenz. «Wir freuen uns, dass Spitzenschwinger Alpiger Nick in ein paar Minuten den symbolischen Anstoss vornehmen wird», verriet FCL-Co-Präsident Ueli Bruder voller Stolz.
Der 21-jährige Staufner Alpiger, eine der ganz grossen Hoffnungen in der nationalen Schwingerszene, gewann im Juni das Aargauer Kantonale in Aarau Rohr. Zu seiner Motivation, sich unter die Fussballer zu mischen, meinte Alpiger: «Der FC Lenzburg hat mich angefragt, ob ich den Anstoss ausführen möchte. Da habe ich natürlich gerne zugesagt.» Er sei zwar kein «Tschütteler», so Alpiger schmunzelnd, aber einmal im Jahr schnüre er sich die Fussballschuhe dennoch. «Beim Grümpelturnier der Schwinger mache ich jeweils mit.» Da gehe es ganz schön zur Sache.
Dann schritt Alpiger zur Tat und passte den Ball unter den Augen der beiden Mannschaften und begleitet von Applaus der Zuschauer zu Armando Granzotto, dem Präsidenten der Wettspielkommission des AFV.
Allein, Glück gebracht hat Alpigers Ankick den Lenzburgern danach nicht. FCL-Co-Präsident Barth: «Wir haken diese Niederlage ab und versuchen, das nächste Spiel zu gewinnen.» Am kommenden Samstag, 25. August, steht erneut eine Heimpartie auf dem Programm. Um 17 Uhr steigt das Revierderby gegen Othmarsingen. Das erste Spiel der Bünztaler endete unter der Woche nach Redaktionsschluss.
Und Alpiger? Ihn scheint der Besuch bei den Fussballen beflügelt zu haben. Zwei Tage später gewann er das Basellandschaftliche Kantonalschwingfest.







