Der Kampf gegen invasive Neophyten wird intensiviert

Lenzburg Die Stadt ging mit gutem Beispiel voran und entfernte einen Kirschlorbeer.

Wollen die Bevölkerung sensibilisieren: Christian Brunner, Lukas Häusler und Linda Zumsteg mit Neophyten. Foto: Deborah Bläuer
Wollen die Bevölkerung sensibilisieren: Christian Brunner, Lukas Häusler und Linda Zumsteg mit Neophyten. Foto: Deborah Bläuer

Auf den ersten Blick wirken sie harmlos: Neophyten, gebietsfremde Pflanzen, die in die Schweiz eingeschleppt worden sind und sich vermehren. Viele davon machen keine Probleme, doch einige, die invasiven Neophyten, breiten sich massiv und schnell aus und schädigen die Biodiversität. Sie verdrängen die hiesige Flora und bieten keine Lebensgrundlage für die heimische Tierwelt. Über 1000 Arten können von einer einheimischen Pflanze profitieren, bei einem invasiven Neophyten ist es gerade einmal eine Handvoll.

Ausserdem können die fremden Pflanzen zu Gesundheitsproblemen führen, Infrastrukturen beschädigen und wirtschaftliche Schäden verursachen. Deshalb will die Stadt Lenzburg invasive Neophyten lokalisieren, kartieren, mit gezielten Massnahmen eindämmen und durch einheimische Pflanzen ersetzen.

Ausbreitung in den Wäldern

Der Auftakt bildete am Montag die Entfernung eines Kirschlorbeers bei der Kreuzung am Steinbrüchliweg und die Neubepflanzung mit einheimischen Pflanzen. Der Kirschlorbeer ist in Westasien und Südosteuropa zu Hause. Als beliebte Heckenpflanze ist er in vielen Schweizer Gärten zu sehen. Das Problem dabei: Er bleibt nicht in den Gärten. Vögel fressen die Beeren und verbreiten die Pflanze so in den Wäldern, wo sie einheimische Arten wie zum Beispiel die Stechpalme verdrängen.

«Dieser Anlass soll ein Startschuss sein, um die Bevölkerung zu informieren», erklärt Linda Zumsteg, Präsidentin der Natur- und Landschaftskommission der Stadt Lenzburg. Sie will die Menschen dazu ermuntern, den eigenen Garten anzuschauen, herauszufinden, welche Pflanzen nicht von hier sind, und sich Gedanken zu machen, durch welche einheimische Arten diese ersetzt werden könnten. Letzten Endes könne man den Leuten natürlich nicht vorschreiben, was sie in ihren Privatgärten pflanzen, sagt Christian Brenner, Leiter Tiefbau und Verkehr. «Aber wir tun, was wir können, an öffentlichen Plätzen und wollen ein Vorbild sein.»

Damit die Stadt Lenzburg Neophyten lokalisieren kann, hat die Abteilung Tiefbau und Verkehr eine eigene App lanciert. Dort können neben Neophyten auch andere Dinge wie zum Beispiel kaputte Strassenlampen, defekte Signalisationen, beschädigte Strassen gemeldet werden. Die App kann für iPhones und Android-Betriebssysteme in den entsprechenden App-Stores gratis heruntergeladen werden. Eine Liste mit meldepflichtigen gefährlichen, nicht heimischen Pflanzen ist unter www.lenzburg.ch/neophyten aufgeschaltet.

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