«Der bestmögliche Rahmen»
Freudentag für die Stiftung Stapferhaus. Beim Bahnhof Lenzburg wurde in einem symbolischen Akt der Grundstein für das Haus der Gegenwart gelegt.

Vertreter von Stadt und Kanton, Grundeigentümern, Nachbarn, von Stiftungsrat und dem Team feierten am letzten Freitag die Grundsteinlegung für das Haus der Gegenwart der Stiftung Stapferhaus.
Das Team um Leiterin Sibylle Lichtensteiger soll hier ein Zentrum erhalten, in dem es die Öffentlichkeit mit Ausstellungen und Events zum Auseinandersetzen mit gesellschaftlich relevanten Themen motivieren kann. Im Gegensatz zur Jetzt-Situation sind künftig die Büros der Macher und der Präsentationsort zusammen. Oder wie es Stiftungsratspräsidentin Corina Eichenberger an der Grundsteinlegung formulierte: «Die Ideenfabrik kommt noch näher an den Puls des Publikums.»
«Man darf nichts kaputt machen»
Mit dem Haus der Gegenwart bekommt das Stapferhaus ein Zentrum unmittelbar beim Bahnhof. Stadtammann Daniel Mosimann zeigte sich bewusst, dass «das Bahnhofareal noch keine Perle der Stadt» ist, doch mit dem Haus der Gegenwart erfolge nun «der Stadtschuss für die Bahnhofentwicklung».
Architekt David Leuthold vom Büro pool Architekten Zürich schilderte die mannigfaltigen, auch städtebaulichen Herausforderungen bei der Planung des Hauses. «Wir haben den Architekten eine schwierige Aufgabe gestellt», hielt Sibylle Lichtensteiger fest: «Ein festes Haus, in dem Wandel möglich ist.»
Leuthold und sein Team gingen beim ausgeschriebenen und schlussendlich gewonnenen Wettbewerb mit grossem Respekt vor der Arbeit der Stapferhaus-Crew ans Werk: «Das Wichtigste war, dass wir nichts kaputt machen.» Und der Architekt fuhr fort: «Der «Frische, Leichtigkeit und Intelligenz, mit der das Stapferhaus seine Ausstellungen kreiert, wollten wir mit unserem Plan den bestmöglichen Rahmen geben.»
Einen Satz Baupläne sowie ein Modell im Massstab 1 zu 200 legte Leuthold in die Zeitkiste, die zudem mit weiteren Dokumenten rund um das Stapferhaus und die aktuelle Ausstellung «Heimat. Eine Grenzerfahrung» sowie Verträgen, Unterlagen zu Bau und Stadt sowie aktuellen Zeitungen bestückt wurde. Die von der örtlichen Firma Wülser Metallbau gelieferte und von Stapferhaus-Ausstellungsbauleiter Lukas Steiner für die Ewigkeit zugeschraubte Dokumentenkiste erhielt einen Platz im Fundament des Hauses der Gegenwart.
Die Verantwortlichen liessen mit Schaufeln voll Kies die Zeitbox verschwinden. Was denken Archäologen in Hunderten von Jahren über diesen Fund?



