blickpunkt

Und nichts mehr ist klar Die Euphorie im Rathaus dürfte sich in Grenzen halten. Grund ist eine unscheinbare Konjunktion in einer am Freitag verschickten Medienmitteilung des Kantons: «Oder».
2024 hiess es noch: «Die Kanti Lenzburg kommt!» So titelte ein Bericht aus dem Grossen Rat im Lenzburger Bezirks-Anzeiger. Ein Jahr später titelte ein Artikel der Aargauer Zeitung «Windisch first?». Und nun heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons: «Bedarf für zwei neue Mittelschulen wird fraglich». Das entscheidende «oder» ist in folgendem Satz zu finden: «Auch die Inbetriebnahme eines neuen Standorts in Lenzburg oder Windisch Mitte der 2030er-Jahre ist nach wie vor dringend notwendig.» Doch es kommt noch dicker: «Der Schulraumbedarf wächst danach moderat weiter und könnte mit einem Ausbau der Alten Kantonsschule Aarau (AKSA) per 2040 gedeckt werden.»
Aufgrund des Rückgangs des Inte-resses an der Informatikmittelschule (IMS) und der Wirtschaftsmittelschule (WMS) stellt der Kanton den Bau eines neunten Mittelschulstandortes per 2050 grundsätzlich infrage. Was heisst das bei einem «Nein» zu Lenzburg? Zuwarten bis 2050? Die neue Ausgangslage dürfte für den Stadtrat Fragen aufwerfen. Quo vadis mit der Schulraumplanung? Welche Priorität misst Lenzburg dem eigenen Schulraum und dem Zeughausareal bei, wenn gleichzeitig die Perspektive einer Kantonsschule unsicherer wird? Im August entscheidet der Kanton, ob es Windisch oder Lenzburg wird. Nun ja, vielleicht heisst es im August ja wieder anders? Man weiss es ja offenbar nie so genau. Muss man auch nicht, solange die Gemeinden und Ortsbürgerschaften mitspielen müssen.



