Das «Sprachrohr» der Wirtschaft
Marianne Wildi, CEO der Hypothekarbank Lenzburg, wurde vor einer Woche glanzvoll zur Präsidentin der Aargauischen Industrie- und Handelskammer gewählt. Inzwischen hat sie sich neu organisiert: mit drei Handys.
In der neuen Funktion vertritt die oberste Hypi-Chefin 1700 Aargauer Unternehmen und wird somit zu einer wichtigen Nahtstelle zwischen Wirtschaft und Politik. In seiner letzten Präsidialansprache sagte Marianne Wildis Vorgänger Daniel Knecht, er habe nun «zehn Jahre lang der lebendigen Aargauer Wirtschaft ein Gesicht gegeben».
Die neue Präsidentin der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) sieht das Ganze weniger optisch. Marianne Wildi sieht sich eher als «Sprachrohr der Aargauer Wirtschaft» und freut sich auf «Begegnungen mit interessanten Leuten».
Vor der einstimmig erfolgten und mit Applaus untermauerten Wahl war Marianne Wildi den AIHK-Delegierten in einem Kurzfilm vorgestellt worden. Verschiedene Weggefährten charakterisierten die Bank-Chefin: Durchsetzungskraft, Kontaktfreude, Innovation, Hartnäckigkeit, aber auch ein gehörige Portion Schalk und Witz wurden ihr attestiert.
Stolzer Verwaltungsratspräsident
Nach der Wahl im Wettinger Sport- und Erholungszentrum Tägerhard durfte Marianne Wildi unzählige Gratulationen entgegennehmen. Besonders geherzt wurde sie von zahlreichen AIHK-Mitgliedern aus ihrer Heimatregion um Lenzburg und aus dem Seetal.
«Ich bin stolz auf die Wahl von Marianne Wildi und kann sagen, dass der gesamte Hypi-Verwaltungsrat hinter diesem Zusatzengagement steht», so Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart. Keine Bedenken, dass bei der obersten Angestellten ihre Primärfunktion leiden könnte? Hanhart: «Marianne Wildi wird sich von gewissen, nicht CEO-spezifischen Aufgaben entflechten.»
Von Vorgänger Knecht erhielt die neue AIHK-Präsidentin eine Militärkiste in den Kantonsfarben «mit allen nötigen Utensilien, die du für dein neues Amt brauchst». Am Morgen nach der Wahl steht die Kiste in Wildis Büro am Hypiplatz in Lenzburg. Und nun, was verbirgt sich darin, unter der bei der Übergabe präsentierten Deckschicht mit Militärbis- cuits? Die Antwort: Noch viel mehr, genauer lauter, Militärchrömli.
Doch so knochentrocken wird die neue Aufgabe wohl nicht. Marianne Wildis Vorfreude hat sich durch die unzähligen Gratulationsbekundungen, die schon in der Nacht nach der Wahl eintrudelten, noch gesteigert. Bedenken wegen der Belastung hat sie keine: «Alles nur eine Frage der Planung und Organisation.»
Dies sind eh Wildis Domänen. Die Kommunikation ist bereits aufgegleist. Für AIHK-Angelegenheiten hat die neue Präsidentin nicht nur spezielle, eigene Adressen und Telefonnummern, sondern auch ein separates Smartphone. Damit sind es nun schon deren drei: ein Handy für die Handelskammer, eines für die Hypi und eines – ein kleineres – für Privates.













