Bonmots und ein trendiger Chlaus

Chlausmärt Die Gemeindeammänner und -schreiber des Bezirks hörten an ihrem Treffen im Burghaldenhaus Witziges und Analytisches.

<em>Dichtestress im Burghaldenhaus:</em> Der Stadtchlaus vor den versammelten Gemeindeammännern und -schreibern. Fotos: Severin Bigler

<em>Dichtestress im Burghaldenhaus:</em> Der Stadtchlaus vor den versammelten Gemeindeammännern und -schreibern. Fotos: Severin Bigler

<em>Augenzwinkernder Blick hinter die Kulissen:</em> Kantonsingenieur Rolf H. Meier als Referent an der Chlausmarktzusammenkunft.

<em>Augenzwinkernder Blick hinter die Kulissen:</em> Kantonsingenieur Rolf H. Meier als Referent an der Chlausmarktzusammenkunft.

Während draussen viel Publikum durch die Gassen an den Ständen des Chlausmärts vorbeischlenderte, trafen sich im Burghaldenhaus die Gemeindeammänner und -schreiber des Bezirks zu ihrer traditionellen Zusammenkunft.

Draussen wie drinnen herrschte eine aufgeräumte Stimmung, wobei der Dichtestress drinnen sicher grösser war. Stadtammann Daniel Mosimann als Gastgeber hat die Enge des Raums für einmal in Zahlen erfasst: Im eng bestuhlten Saal drängten sich 54 Personen auf 42 Quadratmetern (inklusive Öfen). «Doch dieser Dichtestress hier hat noch niemanden gestört», so Mosimann, der damit auf raumplanerische Verdichtungsbestrebungen anspielte.

Gratwanderung der Emotionen

Gastreferent war diesmal Kantonsingenieur Rolf H. Meier, der als oberster Aargauer Strassenbauer von Amtes wegen nicht nur mit Dichtestress zu tun hat, sondern zu nahezu allen Gemeinden schon «Schnittstellen und Reibungsflächen» (Mosimann) hatte.

In betont launiger Art schilderte Meier seine Erfahrungen mit den zahlreichen Stellen und Personen, die bei allen und vor allem bei den grossen Strassenbauprojekten involviert sind. Manchmal komme er sich «eher als Kantonsmediator (KM) statt als Kantonsingenieur (KI)» vor. Der Handlungsspielraum werde immer enger und die Toleranz kleiner. Nicht selten würden die Verhandlungen mit den Betroffenen deshalb zu «einer Gratwanderung der Emotionen» geraten.

Den meisten könne man es eh nicht recht machen. Offensichtlich gebe es im Aargau entsprechend der Einwohnerzahl rund 670000 Experten und «ausgerechnet jene 200, die keine Ahnung haben, arbeiten bei uns». Meier wertete dies als Symptom der Gesellschaft und fand für sich einen guten Lösungsansatz: «Wenn man nachtragend ist, kommt man nicht weiter.»

Vorreiter im Langsamverkehr

Bei Wurstweggen und Chäschüechli konnten die lockeren Aussagen ausgiebig diskutiert werden, ehe der Stadtchlaus in seinen humorvollen Ausführungen einige Vorkommnisse in den Dörfern auf die Schippe nahm.

Für einmal analysierte sich der Chlaus auch selbst. Mit seiner WG mit einem andern Mann (Schmutzli) sei er modern. Mit dem Esel sei er zudem ein Vorreiter im Langsamverkehr, ernähre sich mit Mandarinen und Nüssli voll vegan und einen Bart habe er schon lang vor den Hipstern in Berlin und New York getragen.

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