Besonderer Auftrag – Lenzburger Luc Iten gestaltete das Gauklerfestival-Plakat
Gauklerfestival In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Das beliebte Lenzburger Gaukler- und Kleinkunstfestival verzaubert mit seinem Programm alljährlich das Publikum. In diesem Jahr gestaltete der Grafikdesigner Luc Iten das Plakat.
Bislang ist das Plakat für das Gauklerfestival 2026 noch geheim – aber wie es dazu kam, dass er es gestalten durfte und wie er dabei vorging – dazu gibt der 22-jährige Luc Iten gern einen Einblick. «Dieser Auftrag kam sozusagen aus dem Nichts über Bekannte zu mir», merkt er mit einem Lächeln an. Darüber habe er sich sehr gefreut. «Gerade weil ich Lenzburger bin», so Luc Iten. «Das Gauklerfestival besuche ich seit meiner Kindheit gern. Da ist es natürlich toll, so einen Auftrag zu bekommen.» Das sei im Januar oder Februar gewesen, daran gearbeitet habe er etwa zwei bis drei Monate.
In der Gestaltung des Plakats sei er sehr frei gewesen. «Eine Vorgabe war, dass das Festival im Mittelpunkt steht», teilt er mit. Deswegen habe er auf typische Wahrzeichen Lenzburgs verzichtet. «Deswegen sollte auch die Farbe Blau nicht unbedingt verwendet werden. Aber ansonsten hatte ich freie Hand.» Eine Inspiration hatte der junge Grafiker ebenfalls – ein Plakat des Gauklerfestivals aus dem Jahr 2009. «Das hängt bei einem guten Kollegen im Wohnzimmer und ich habe es immer sehr gern betrachtet, wenn ich dort war», erinnert sich Iten. Darauf seien verschiedene Artisten und Künstler dargestellt, eine Idee, welche er selbst gern umsetzen wollte.
Der Weg vom Entwurf zum Feinschliff
Doch zunächst habe er dem Verein Lenzburger Gaukler- & Kleinkunstfestival sechs ganz unterschiedliche Entwürfe vorgestellt. «Die sind erst mal in Schwarz-Weiss gehalten», erläutert er anhand der Grafiken an seinem Laptop. Als feststand, welcher Entwurf es werden sollte, ging es an die Feinarbeiten. Insgesamt sei das Vorhaben schon etwas herausfordernd gewesen: «Ich habe erst kürzlich meine Prüfungen an der Schule für Gestaltung in Basel abgeschlossen», erzählt Luc Iten. «Also lief die Arbeit am Plakat neben den Aufgaben und Vorbereitungen in der Schule.» Hinzu komme, dass er einen hohen Anspruch an sich habe. «Gerade an einigen der illustrierten Figuren auf dem Plakat habe ich viel gefeilt, bis ich wirklich zufrieden war.» Doch nicht nur die Illustrationen seien wichtig, ausserdem gehe es um Typografie sowie die Farbgestaltung.
Die SFG in Basel, an der er eine vierjährige EFZ-Ausbildung absolvierte, habe ihm für diesen Auftrag die Fähigkeiten vermittelt. An der Schule selbst gehören verschiedene Aufträge sowie Wettbewerbe zu Grafiken und Gestaltung zum Unterricht dazu. «Das ist hilfreich, um sich ein für diesen Beruf wichtiges Portfolio zu erarbeiten», so Iten. Zu der Ausbildung sei er gekommen, da er sich schon immer fürs Gestalten und Zeichnen interessiert habe. «Zuerst habe ich den gestalterischen Vorkurs in Aarau besucht», stellt er den Weg zur Ausbildung dar. «Danach absolvierte ich meinen Zivildienst und anschliessend bewarb ich mich für die Grafikfachklasse.»
Es sei besonders spannend und inspirierend gewesen, mit vielen anderen ganz unterschiedlichen Kreativen im Unterricht zusammenzuarbeiten. «Das hat mir extrem gut gefallen und mich vielleicht sogar noch weitergebracht als der Unterricht allein», stellt er schmunzelnd fest. Nicht zu vergessen sei, hinter der Entwicklung stehe noch die Recherche zu Aufträgen und Themen. «Das ist ein Bereich, den ich ziemlich interessant finde», bekundet Luc Iten.
Wie viele Kreative beschäftigt ihn auch die Entwicklung der künstlichen Intelligenz: «Natürlich fragt man sich, wie sich das beruflich auswirken kann», sagt der Grafiker. Im Augenblick sei er jedenfalls erst einmal gespannt auf die Präsentation des Gauklerfestival-Plakates. «Da bin ich wirklich etwas aufgeregt, beispielsweise, wie die Farben gedruckt wirken. Es war ein toller Auftrag und ich bin sehr gespannt, die Plakate aufgehängt zu sehen», freut sich Luc Iten schon.







