Berner-Verzicht lanciert Wahlen

Heidi Berner, dienstältestes Mitglied der Lenzburger Stadtregierung, tritt zu den Wahlen im Herbst nicht mehr an. Der Wahlkampf kann spannend werden.

Unter dem Titel «14 Jahre sind genug» kündigte EVP-Stadträtin Heidi Berner vorgestern an, dass sie bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Die vier weiteren Mitglieder der Exekutive wollen für die nächste Amtsperiode wieder antreten.

Berner stand von Beginn weg, also seit 2004, dem Ressort Soziales und Gesundheit vor. In ihrem Schreiben hält die bald 62-jährige Biologin fest, dass sie «in den letzten Jahren in meinem Ressort einiges umsetzen» konnte. Konkret meint sie damit den Ausbau von Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und den Sozialen Diensten. Die entsprechenden Vorlagen brachte sie nicht nur im heterogen zusammengesetzten Stadtrat (fünf Mitglieder aus fünf verschiedenen Parteien), sondern auch im Einwohnerrat durch.

Im Rückblick findet Heidi Berner das Filmprojekt «Lenzburg 9–99» zentral. Damit habe man junge Leute angesprochen und direkt oder indirekt verschiedene Angebote, nicht zuletzt auch den «Hammerpark», ausgelöst. Nun wolle sie sich auf das «anspruchsvolle» letzte Jahr konzentrieren, in dem Lenzburg das neue Gesetz über die Kinderbetreuung umsetzen müsse. Ab 2018 will sich die Ex-Stadträtin auf ihr Mandat als Verwaltungsratspräsidentin des Alterszentrums Obere Mühle konzentrieren und mehr Zeit mit ihrem bereits pensionierten Ehemann und den Enkeln verbringen.

Interessante Ausgangslage

In einem ersten Rückblick betonte Heidi Berner die stets gute Stimmung innerhalb des Stadtrats: «Wir haben grundsätzlich am gleichen Strick gezogen, meistens in die gleiche Richtung.» Ob dieses harmonische Einvernehmen nach dem Verzicht von Berner bestehen bleibt, wird sich weisen. Die Ausgangslage für die Gesamterneuerungswahlen präsentiert sich bereits heute sehr interessant. Will und kann die EVP ihren Sitz verteidigen? «Aufgrund ihres Wähleranteils hat die EVP eigentlich kein Anrecht auf einen Stadtratssitz», ist sich Heidi Berner bewusst. Man müsste sich Unterstützung holen; etwa von andern kleinen Parteien wie den Grünen und den Grünliberalen.

Als weitere Möglichkeit könnten eine oder mehrere der drei grossen Parteien (SVP, SP, FDP) die Vakanz als Einladung verstehen, einen zweiten Stadtratssitz anzustreben. Stadtratswahlen sind Persönlichkeitswahlen: Vielleicht gewinnt, wer den passenden Kandidaten oder die passende Kandidatin präsentiert.

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

OK-Präsident René JeanRichard erinnert sich an das Stadtfest 2006.Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.08.2026

Gemeinsame Erinnerungen: 700 + 20 Jahre Stadtfest «lenzburg findet stadt!»

Feier 2006 Jahren feierte Lenzburg 700 Jahre Stadtrecht. Letzte Woche fanden sich ehemalige OK-Mitglieder zu einem ungezwungenen Apéro zusammen.
Monika Altorfer mit Stefanie Jud beim Eröffnungsapéro.Foto: Debora Hugentobler
Stadt Lenzburg26.08.2026

Junge Talente begeistern zum Festivalstart

Unerhört Am 21. August starteten die Musikalischen Begegnungen Lenzburg unter dem Motto «UNERHÖRT». Das Jugend-Sinfonieorchester Aargau nahm das Publikum mit…
Die Gewinnerflasche. Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.08.2026

Erfolgreiche Dernière: Der beste Ortsbürgerwein des Kantons stammt aus Lenzburg

Wein An der 8. Aargauer Ortsbürgerwein-Prämierung setzte sich der «Lenzburger Schlossberg Blanc de Noir 2025» der Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung Lenzburg…