Beim Stadtzelt ging eine Ära zu Ende
Im Rahmen der Musikalischen Begegnungen Lenzburg waren Mitglieder der Männerriege nach 18 Jahren letztmals für den Auf- und Abbau des Stadtzeltes verantwortlich. Die künftige Lösung wird sicher teurer.

Das rechts stehende Bild vom 28. August mit den 12 Männern wird im Fotoarchiv der Männerriege Lenzburg bestimmt einen wichtigen Platz einnehmen. Während 18 Jahren baute die Männerriege auf dem Metzgplatz in Lenzburg das quadratische Stadtzelt für Veranstaltungen auf und ab. Doch nun zieht sich die Mannschaft vom freiwilligen Dienst zurück.
Im vergangenen April hat die Männerriege der Stadt bekannt gegeben, dass sie diese Arbeit aufgeben möchte. Die Gründe sind nachvollziehbar. Die Crew weist ein Durchschnittsalter von rund 74 Jahren auf, davon haben vier Männer das Alter von 80 Jahren überschritten.
Keine Bedienungsanleitung
Zudem erfordert der Auf- und Abbau viel körperliche Kraft. In all den Jahren ereignete sich nie ein Arbeitsunfall. Die makellose Bilanz soll bleiben. Die Mannschaft erinnert sich an harte Stunden, insbesondere wenn Eis und Schnee im Spiel waren.
Gebraucht wird das Zelt jeweils für die Fasnacht, das Fischessen und das Gauklerfestival. Über das letzte Wochenende im August wurde es zusätzlich für die «Musikalischen Begegnungen Lenzburg» benötigt. Während 14 Jahren diente Sepp Simsa als Bindeglied zwischen dem Stadtbauamt und den freiwilligen Männern, in den letzten vier Jahren war dies Oskar Strebel.
Auch dank der sorgfältigen Auf- und Abbauarbeit befindet sich das beliebte Zelt immer noch in einem sehr guten Zustand. Eine Bedienungsanleitung ist nicht vorhanden. Die Männerriege baute auf die Erfahrungen.
Künftig eine private Firma?
Und da gibt es noch treue Seelen. Sepp Simsa und später Walter Keller kreuzten bei jedem Auf- und Abbau selbstlos mit Bier, Wurst und Brot auf.
Ein Nachfolgeteam ist nicht in Sicht. Nicht verwunderlich: Ein Verein, der an Wochentagen jeweils mindestens zehn Männer aufbieten kann, fand sich bislang nicht. «Es liegen Offerten von privaten Firmen vor», erklärt Daniel Käppeli vom Stadtbauamt. Müssig zu erwähnen, dass die Bereitstellung des Zeltes inskünftig wesentlich teurer zu stehen kommt.



