Bei Steuerfuss undJugendfest sind sie sich einig
Stadtratswahlen Am Anlass des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung haben sich die sechs Kandidierenden für den Stadtrat zum ersten Mal gemeinsam präsentiert.

Die Liebe und Verbundenheit zur Stadt, das Herzblut und die Begeisterung für die Politik, der prall gefüllte Rucksack an Erfahrung und Wissen: All dies bringen die sechs Kandidierenden für den Lenzburger Stadtrat mit.
Ihnen auf den Zahn zu fühlen, das ist das Ziel gewesen einer Podiumsdiskussion am Donnerstagabend. Alle waren sie zum ersten Mal gemeinsam anwesend auf der gleichen Bühne. Organisiert wurde der Anlass vom Gewerbeverein Lenzburg und Umgebung. Das Interesse war rege: Rund 180 Personen fanden den Weg in die Aula der Berufsschule. Für die fünf Sitze im Stadtrat zur Verfügung stellen sich die vier Bisherigen Andreas Schmid (FDP), Sven Ammann (FDP), Barbara Portmann-Müller (GLP) und Beatrice Taubert-Baldinger (SP) sowie die beiden Neuen Christina Bachmann-Roth (Die Mitte) und Thomas Schär (SP). Mit Schmid und Portmann-Müller kandidieren gleich zwei neu für das frei werdende Stadtammannamt. Ebenfalls zwei wollen neu Vizeammann werden: Taubert-Baldinger und Bachmann-Roth. Spannung ist also garantiert im Wahlkampf. Es sei wichtig, sich ein Bild machen zu können von den Kandidierenden, sagte Lea Grossmann, Präsidentin des Gewerbevereins. Denn entschieden werde über die Zukunft von Lenzburg. «Es ist eine Richtungswahl.»
Politik hat ihr eigenes Tempo
Zu erfahren war in der Folge viel Persönliches über die Anwesenden. Das traditionelle Jugendfest ist jeweils, so wurde klar, für alle einer der ganz grossen Höhepunkte. Zur Sprache kamen weitere Themen quer durch sämtliche Ressorts, von Bau und Soziales über Bildung und Finanzen bis Kultur. Moderatorin Ruth Steiner wollte aber nicht nur wissen, was den Kandidierenden in ihrer bisherigen politischen Karriere besonders gut gelungen ist, sondern auch, was nicht geklappt hat. Dass die Mühlen der Politik manchmal langsamer mahlen als gewünscht, hat die eine und der andere lernen müssen. Einig waren sich die Anwesenden darin, dass grosse finanzielle Herausforderungen auf die Stadt zukommen, eine Erhöhung des Steuerfusses aber nicht infrage komme. Beim Erkundigen danach, wo denn gespart werden soll, gingen die Meinungen dann wieder auseinander. Nicht fehlen durfte es an einer pointierten Aussage hier, einem träfen Spruch da, einem Lacher zwischendurch. Und – bei gestandenen Politikerinnen und Politikern auf einem Podium vielleicht fast zu erwarten – immer wieder der Hinweis der Moderatorin auf die Redezeit, die einzuhalten sei.