Bald vom Drüsigen Springkraut befreit
Wald Die Forstdienste Lenzia haben sich zum Ziel gesetzt, die Eichenwaldreservate Lind und Lütisbuech-Ei bis 2020 Springkrautfrei zu schaffen. Der Betrieb biegt auf die Zielgerade ein. Dank Glaube, System und Hartnäckigkeit.

In ganz Europa breitet sich das Drüsige Springkraut aus. Da bleibt Lenzburg nicht verschont. Im Jahr 2013 beteiligte sich die Stadt Lenzburg erstmals am kantonalen Pilotprojekt «Neobiota» und die Forstdienste Lenzia begannen darauf im Waldteil Lütisbuech dem Drüsigen Springkraut zu Leibe zu rücken.
Mit grossem Erfolg: Mittlerweile konnte fast der ganze Betriebsteil Lütisbuech, das ganze Lind, ein grosser Teil vom Othmarsinger Berg, sowie ein Teil vom Niederlenzer Wald vom Drüsigen Springkraut befreit werden. Nach dem ersten Jahr reduzierte sich die unerwünschte Pflanze um 90 Prozent.
Bei vielen Forstfachleuten und Gemeinderäten fehlte der Glaube an eine erfolgreiche Bekämpfung. Doch Frank Hämmerli und Markus Dietiker von den Forstdiensten Lenzia Lenzburg geben sich kämpferisch: «Die Bekämpfung ist realistisch und machbar.»
Vielfältige Helferschar
Das Drüsige Springkraut liebt feuchte Wälder, Auen- und Uferlandschaften mit hohem Nährstoffgehalt. Die Erfolge fallen nicht in den Schoss. Unzählige Stunden Arbeit stecken dahinter. Dieses Jahr gab es einen Arbeitstag in Niederlenz, einen in Othmarsingen mit gut 40 Personen, einen gemeinsamen Arbeitstag mit dem Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg, dem Tennisclub und Freiwilligen aus Ammerswil.
Über mehrere Wochen verteilt bekämpften rund 300 Schüler das Drüsige Springkraut im Lütisbuech und Berg. Als lobenswert sind die Einsätze von Asylsuchenden während fünf Wochen zu erwähnen. Der Einsatz zahlt sich aus. So wurde zum Beispiel in einem Gebiet, das bei der Erstbekämpfung 1500 Stunden Arbeit verursachte, gerade noch knapp 100 Springkräuter gefunden. Profitieren können auch einheimische Pflanzen, wie zum Beispiel die Brennnessel, welche zahlreiche Schmetterlingsarten beherbergen. Die abgeschnittenen oder ausgerissenen Stängel müssen nicht verbrannt werden. Sie verdorren am Haufen. Die Lösung heisst systematisches bekämpfen und systematisches nachkontrollieren.
Auf den ersten Blick wirken die rosafarbenen bis purpurroten, stark süsslich duftenden Blüten gar nicht unsympathisch. Als weniger rosarot der zügellosen Ausbreitung wegen gelten die Folgen. Mit Wuchshöhen von über zwei Metern können andere Pflanzen überdeckt und am Aufkommen gehindert werden. Verluste an Produktion, Biodiversität und Waldästhetik sind leicht auszumalen.
«Wir wollen dranbleiben», sagt Stadtoberförster Frank Hämmerli entschlossen. Am Samstag, den 25. August, ist ein Arbeitstag mit der ganzen Bevölkerung angesetzt.



