Angebote für Flüchtlinge präsentiert
Integration Das Netzwerk Asyl Region Lenzburg präsentierte sich kürzlich regionalen Behördenvertretern.

Voller Stolz präsentiert Gul aus Afghanistan sein Gedicht im Deutschunterricht:
Ich singe ein Lied
für meine Freundin.
So schön.
Sie lacht.
Seine Sprachkenntnisse hat er vor allem Netzwerk Asyl Region Lenzburg zu verdanken.
Der Verein bietet Flüchtlingen einen Strickkurs, den Mittagstisch der Kulturen und wöchentlich zehn Lektionen Deutsch an. Beim Lenzburger Verein «vo ergendwo» kommen junge Asylsuchende in den Genuss eines Freizeitangebots durch Jugendliche von hier.
Diese Freiwilligenarbeit von Netzwerkern findet grossen Anklang, das machten die Gemeinderätinnen Nadja Negro aus Egliswil und Rita Eigensatz aus Niederlenz an einer Zusammenkunft von Behörden und Netzwerk Asyl Region Lenzburg klar.
Integrieren ist billiger
Der Lenzburger Sozialvorsteher, Stadtrat Andreas Schmid, betonte die Wichtigkeit dieser Angebote für eine gelungene Integration. Es ist ihm wichtig, die Frage vom Asylentscheid, für den allein der Bund zuständig ist, von derjenigen der Integration zu trennen.
Wenn Flüchtlinge vorläufige Aufnahme oder einen positiven Asylentscheid erhalten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bemüht sich, diese Menschen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren, oder der Staat muss für ihren Lebensunterhalt dauerhaft aufkommen.
Positives Beispiel Seengen
Die Freiwilligengruppe aus Seengen wurde von Netzwerk Asyl angefragt, über ihre Integrationsbemühungen zu erzählen. Drei Vertreter, Pfarrerin Susanne Meier, Marianne Brandenburg und Paul Bopp, erzählten aus der vielfältigen Freiwilligenarbeit der Kirchgemeinde Seengen. Denn Netzwerk Asyl erlebt die jungen Männer aus dem Seetal immer sehr positiv.
So wurde in Seengen für fast alle Asylsuchenden eine Kontaktfamilie gefunden, ein Musikdeutschtreff ins Leben gerufen und Jugendliche bieten zweiwöchentlich eine Aufgabenhilfe und einen Begegnungsort an.
Zwei freiwillige Krankenschwestern schauen zudem bei Bedarf bei Krankheiten zu den Asylsuchenden. Dank intensiver Suche haben bereits einige der Asylsuchenden ein Praktikum, eine Festanstellung oder gar eine Lehre im lokalen Gewerbe gefunden.
Verlässlichkeit und vorurteilsloses Engagement sei das, was Menschen brauchen, damit Integration gelingen kann, schliesst Susanne Meier.
Auch die beiden grössten Kirchgemeinden von Lenzburg unterstützen das Netzwerk Asyl: Gratis zur Verfügung gestellte Unterrichtsräume im reformierten Kirchgemeindehaus und eine grosszügige Spende durch die Katholiken ermöglichen Netzwerk Asyl den Deutschunterricht für rund 60 Asylsuchende.
Behörden und freiwillige Helfer waren sich bei diesem Treffen einig: Egal, aus welchen Gründen Menschen geflüchtet sind, sie sind heute Teil unserer Gesellschaft und verdienen Respekt bei Begegnungen. (avo)
Netzwerk Asyl Region Lenzburg. Kontakt: contact.lenzburg@netzwerk-asyl.ch. – Spenden: Verein Netzwerk Asyl Aargau IBAN: CH8009000000 50019424 1.



