Alternative Standbeine für Hypi immer wichtiger

Hypothekarbank Die Zahlen wurden nicht nur früh verkündet, sie sind auch durchaus positiv: Die Hypi konnte im letzten Jahr Ertrag und Gewinn steigern.

<em>«Ausleihungen wachsen moderat, aber konstant»:</em> Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg, bei der Bekanntgabe des Jahresergebnisses, flankiert von Reto Huenerwadel (Leiter HBL Asset Management) und Verwa
<em>«Ausleihungen wachsen moderat, aber konstant»:</em> Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg, bei der Bekanntgabe des Jahresergebnisses, flankiert von Reto Huenerwadel (Leiter HBL Asset Management) und Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart.Foto: Alex Spichale

Als eines der ersten börsenkotierten Finanzinstitute konnte die Hypothekarbank Lenzburg letzte Woche ihre Ergebnisse präsentieren. Dabei steigen die wichtigsten Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr: Bilanzsumme (5,4 Milliarden Franken, plus 3,7 Prozent), Geschäftsertrag (82,8 Millionen Franken, plus 3,2 Prozent) und Gewinn (21 Mio., plus 1,0 Prozent).

Qualität statt Volumen

Angesichts dieser Zahlen zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden mit dem Jahr 2019. Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart hielt einleitend gar fest, dass das Jahr «mehr gehalten als versprochen» habe. Angesichts des Anstiegs des Börsenindexes SMI um 27 Prozent hätten sich «die Aktien als Anlage als alternativlos» entpuppt.

Entgegen den landesweiten Tendenzen habe man «bei der Bauwirtschaft in unserer Region keinen Rückgang festgestellt», so Hanhart. Vor allem beim Bau von Mehrfamilienhäusern werde grosses Interesse gezeigt. Die Hypi jedoch «hält an ihren strengen Kriterien fest»; bei der Kreditvergabe setze man weiter «auf Qualität statt reine Volumensteigerung».

Kein Parkplatz für Gelder

Marianne Wildi als Vorsitzende der Geschäftsleitung verwies auf den hohen Kundendeckungsgrad von 95 Prozent. Das Wachstum der Ausleihungen sei «moderat, aber konstant». Trotzdem muss angesichts des Tiefzinsumfeldes im Kernsektor, dem Zinsengeschäft, ein Minus von 891000 Franken gegenüber 2018 hingenommen werden.

Gestern feierte Wildi ihr 10-Jahr-Jubiläum als regulärer CEO der Hypi: «Noch nie in meiner Amtszeit habe ich steigende Zinsen erlebt.» Man habe sich aber damit arrangieren gelernt. Aktuell wolle man langjährige Kunden nicht mit Negativzinsen bestrafen, «aber wir wollen auch nicht Parkplatz spielen für Gelder, die andere nicht wollen».

Software und Handel

Angesichts der Stagnation im Kerngeschäft kommen die Ertragssteigerungen bei den alternativen Standbeinen, die sich die Hypi in den letzten Jahren aufgebaut hat, gerade recht. Im Kommissions-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäft wurde eine Zunahme von 7,4 Prozent verzeichnet. Die von Reto Huenerwadel geleitete Marke HBL Asset Management wird immer wichtiger.

Proportional noch deutlich stärker konnte der «übrige ordentliche Erfolg» um 33,7 Prozent auf fast 10 Millionen Franken gesteigert werden. Bei diesem Posten schenken die Service- und Lizenzgebühren für das Hypi-eigene Kernbankensystem Finstar am meisten ein; der Ertrag für diese Position sprang von 5,0 auf 7,1 Millionen Franken, der Gewinn von 4,0 auf 5,2 Mio.

Langfristig, so Wildi, hoffe man auf weitere Partner für die Finstar-Software. «Eine kleinere Kantonalbank wäre cool», träumt die Hypi-CEO von einem Quantensprung. Sie, die aus dem IT-Sektor kommt, kennt jedoch auch die Grenzen: «Bei einer viel grösseren Bank als Kunden müssten wir eine Kooperation eingehen.»

Hypi-Kennzahlen 2019

Geschäftsertrag82,8 Mio. (+3,2 %)

Zinsengeschäft57,0 Mio. (–1,5 %)

Kommissionsertrag13,6 Mio. (+7,4 %)

Übriger Erfolg9,6 Mio. (+ 33,7 %)

Geschäftsaufwand 47,2 Mio. (+ 1,7 %)

Personalaufwand 33,0 Mio. (+ 5,7 %)

Geschäftserfolg 25,5 Mio. (+5,4 %)

Gewinn (n. Steuern)21,0 Mio. (+1,0 %)

Dividende 110 Franken pro Aktie

Bilanzsumme 5,4 Mia. (+3,7 %)

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