Abstieg als logische Konsequenz

Trotz eines 1:0-Heimsiegs zum Saisonschluss: Der FC Lenzburg steigt nach drei Jahren wieder in die regionale 2.Liga ab. Die Verantwortlichen sehen dieses Verdikt als Chance. Und wollen den sofortigen Wiederaufstieg anstreben.

Der Ball ist weg: Der FC Lenzburg (hier mit 1:0-Torschütze Jan Solak, blauer Dress) scheiterte immer wieder an Wohlen-Goalie Gianluca Iadarola. Rechts Wohlens Verteidiger Laze Stojkovski. Foto: Ruedi Burkart
Der Ball ist weg: Der FC Lenzburg (hier mit 1:0-Torschütze Jan Solak, blauer Dress) scheiterte immer wieder an Wohlen-Goalie Gianluca Iadarola. Rechts Wohlens Verteidiger Laze Stojkovski. Foto: Ruedi Burkart

Es war ein Spiel wie ein Spiegelbild der gesamten Saison. Die ersatzgeschwächt angetretenen Lenzburger – drei Spieler wurden unter der Woche vom Spielbetrieb suspendiert – erarbeiteten sich gegen Wohlens Reserven eine Chance nach der anderen. Bereits zur Halbzeit hätte das Team von Trainer Igor Drmic die Partie zumindest vorentschieden haben müssen.

«Es war einmal mehr unglaublich, wie viele Möglichkeiten wir ausgelassen haben», äusserte sich Sportchef und Assistenztrainer Carmine Viceconte nach dem Abpfiff selbstkritisch. Weil Lenzburgs Offensivabteilung wie schon in den vorangegangenen Partien glücklos agierte, blieb ein Treffer von Jan Solak nach 78 Minuten das einzig Zählbare an diesem herrlichen Fussballabend auf der Wilmatten. Immerhin war das «Briefkasten-Tor» eine absolute Augenweide für die 230 Zuschauer.

Weil jedoch fast zur gleichen Zeit mit den Blue Stars der direkte Konkurrent um den Ligaerhalt in Dietikon zum 1:1 ausglich – und dieses Resultat auch nach 90 Minuten Bestand hatte –, nützte den Lenzburgern der Sieg herzlich wenig. Sie blieben als Drittletzte unter dem Strich.

Ziel: Gleich wieder rauf

Der Abstieg kommt nach den beiden jüngsten 0:2-Niederlagen gegen die «Zitterklubs» Liestal und Blue Stars sowie dem mageren 1:1 gegen Rothrist alles andere als überraschend. Lenzburgs Co-Präsident Mike Barth meinte nach Spielschluss denn auch achselzuckend: «Wir mussten damit rechnen. Es war keine gute Saison für uns. Jetzt gehen wir in die regionale 2. Liga und wollen versuchen, gleich wieder aufzusteigen.»

Trainer Igor Drmic bleibt eine weitere Saison beim FCL, wer dessen Assistent wird, ist bis dato noch offen. Carmine Viceconte wird sich voraussichtlich wieder ausschliesslich auf seinen Posten als Sportchef konzentrieren.

Personelle Änderungen im Kader seien zwar denkbar, so Mike Barth, sollten sich jedoch im Rahmen des Üblichen bewegen. An einer Sitzung diskutierten gestern Abend die beiden Co-Präsidenten Barth und Ueli Bruder mit dem Trainergespann, auf welche Art man die «Mission direkter Wiederaufstieg» anpeilen wolle.

Schon früh in der vergangenen Vorrunde begannen beim FCL die Querelen. Miese Stimmung und schlechte Resultate gipfelten im Abgang von vier Spielern und der Trennung von Trainer Andreas Hediger.

Während der Winterpause übernahm der 33-jährige Igor Drmic auf der Wilmatten das Kommando. Der ältere Bruder von Nationalspieler Josip Drmic konnte den Abstieg zwar auch nicht verhindern, geniesst in Lenzburg jedoch vollstes Vertrauen. Barth: «Wir haben mit Igor vorzeitig verlängert, unabhängig von der Ligazugehörigkeit.»

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