20 Tonnen Steuerakten entsorgt
Das Steueramt Lenzburg-Niederlenz, ein Vorreiter bei der Digitalisierung, entsorgte in einer gross angelegten Aktion rund 20 Tonnen Akten.

Vor über 10 Jahren durfte das Regio-Steueramt Lenzburg-Niederlenz im Auftrag des Stadtrates die Entwicklung der Digitalisierung im aargauischen Steuerwesen einläuten.
Inzwischen hat der Kanton Aargau das System Digitax von Lenzburg übernommen und in den letzten 10 Jahren allen Aargauer Gemeinden zur Implementierung angeboten. 2016 sind die letzten Gemeinden in dieses Projekt eingestiegen, sodass jetzt alle Steuerämter die gesamten Steuerakten digitalisiert verarbeiten.
Somit wird das Regio-Steueramt Lenzburg-Niederlenz auch das erste Steueramt im Aargau – und wohl auch schweizweit eines der ersten – sein, welches über gar kein Archiv von physischen Steuerakten mehr verfügt. In der letzten Woche wurden über 20 Tonnen Steuerakten mit einem grossen Aufgebot des Bauamtes Lenzburg in die Entsorgung der Kehrichtverbrennung Buchs abgeführt.
Die abgeführten Akten stammen aus den Jahren 2001 bis 2006 von 8500 Steuerpflichtigen. Hinzu kommen noch archivierte Steuerakten früherer Jahre, für welche die gesetzliche Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Die physischen Akten werden zehn Jahre aufbewahrt. Die Akten Selbständigerwerbender, Landwirte, Grundstückgewinnsteuern, Liquidationsgewinne und gewisse Sonderfälle werden 20 Jahre aufbewahrt.
Die Daten werden bei der IT Aargau in deren Rechenzentrum gespeichert. Das Gebiet Lenzburg-Niederlenz, mit 16500 Einwohnern und 8500 Steuerpflichtigen, hat mit allen Akten seit 2006 beim Kanton im System Digitax 76500 Steuerdossiers hinterlegt.
Das sind total 3,2 Millionen Dokumente, die gespeichert sind und aufgrund der komplexen Komprimierung erstaunlicherweise lediglich rund 245 Gigabyte Speicherplatz belegen. Anders formuliert: Die gesamte Datenmenge der Akten des Steueramtes Lenzburg-Niederlenz der letzten zehn Jahre hätte heutzutage auf einem Highend-Datenstick in der Hosentasche Platz. (tf)



