150 Franken für 150 Jahre

Die Hypothekarbank Lenzburg präsentierte «ein stolzes Ergebnis» für das letzte Geschäftsjahr. Davon sollen 2018 die Aktionäre profitieren. Sie erhalten zum 150-Jahr-Jubiläum 150 Franken pro Anteilschein.

Präsentierten gute Zahlen: CEO Marianne Wildi, Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart und Reto Hünerwadel, Leiter Asset-Management, an der Bilanz-Pressekonferenz der Hypothekarbank Lenzburg. Foto: Chris Iseli
Präsentierten gute Zahlen: CEO Marianne Wildi, Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart und Reto Hünerwadel, Leiter Asset-Management, an der Bilanz-Pressekonferenz der Hypothekarbank Lenzburg. Foto: Chris Iseli

Wie immer in den letzten Jahren präsentierte die «Hypi» ihren Jahresabschluss als erste börsenkotierte Bank des Landes. Und die Zahlen, die Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart, CEO Marianne Wildi und Reto Hünerwadel, Leiter Asset-Management, auftischen konnten, korrespondieren bestens mit dem goldenen Logo, das in diesem Jahr die Unterlagen zum 150-jährigen Bestehen ziert.

Der Geschäftsertrag stieg um fast 5 Prozent auf über 77 Millionen Franken. Weil wegen Investitionen in die immer mehr auf moderne Technologie ausgerichtete Strategie auch der Aufwand stieg, konnte die Gewinn- mit der Ertragssteigerung nicht ganz mithalten. Doch Marianne Wildi bezeichnet die 22 Millionen (plus 2,1 Prozent gegenüber 2016) abwechslungsweise als «sehr gutes Resultat» oder als «stolzes Ergebnis». So oder so: «Dies motiviert das ganze Team für das Jubiläumsjahr.»

Zusätzliche 40 Franken

Vom 150. Geburtstag des Instituts sollen nicht nur die Öffentlichkeit, Vereine und Veranstalter durch diverse Sponsoringbeiträge, sondern auch die treuen Aktionäre profitieren. Der Generalversammlung vom 17. März wird beantragt, neben der üblichen Dividende von 110 Franken 40 Franken zusätzlich in Form einer Nennwertreduktion auszuschütten.

Für natürliche Personen ist dieser «Sonderbonus» (Hanhart) steuerfrei. Der Nennwert des Anteilscheins sinkt von 300 auf 260 Franken, was zwar dazu beiträgt, dass die Eigenmittelquote etwas sinkt, aber immer noch deutlich über den erforderlichen Werten liegt. Mit der Ausschüttung von 150 Franken pro Einheit kommen die Aktionäre auf eine erfreuliche Rendite von etwa 3,4 Prozent auf den Jahresendkurs. Der Handelskurs der eher unvolatilen «Hypi»-Aktie umkreist immer etwa die 4500-Franken-Marke.

Kundendepots stiegen massiv

Die «Hypi»-Verantwortlichen verbreiteten an der Bilanz-Pressekonferenz puren Optimismus. Diesmal gabs kein Klagen über unangebrachte Auflagen der Aufsichtsbehörden oder schwierige Rahmenbedingungen, sondern ausschliesslich Freude und Zuversicht. Der erstmalige Durchbruch der 5-Milliarden-Franken-Schallmauer bei der Bilanzsumme geriet nahezu zur Nebenbemerkung.

«Alle Pfeiler sind am Wachsen», freute sich Wildi. Und die Freude ist deshalb besonders gross, weil die Zunahme bei der Erbringung von IT-Dienstleistungen und beim Asset-Management besonders gross waren. Der Wert der Kundendepots stieg dabei innert Jahresfrist um über einen Fünftel auf über 2,4 Milliarden Franken.

«In der Region verankert»

Aufgrund der Zahlen des letzten Jahres, neuen Schwerpunkten und der zahlreichen Projekte in der Pipeline kann man festhalten, dass die «Hypi» den Spagat zwischen Bodenständigkeit und Digitalisierung beherrscht. «Wir sind immer noch die klassische Hypothekarbank, die in der Region verankert ist», hält Marianne Wildi fest.

Vor den Entwicklungen in der Immobilienbranche will man sich bei der «Hypi» aber nicht verschliessen. Der gestiegene Leerwohnungsbestand, auch in der Region Lenzburg, wertet man nicht gerade als Alarmzeichen, aber als Frühindikator für Vorsicht: «Die Preisentwicklung ist ein Grund zum genauer Hinschauen.»

Digital und persönlich

Da kommt die Diversifizierung gerade recht. CEO Wildi kann und will ihre Affinität zur Digitalisierung nicht verleugnen: Im Rahmen der «Hypi Strategie Radiant 2017–2011» ist sie persönlich für den Bereich «Innovation und Risikobereitschaft» verantwortlich. Und da steht: «Wir bleiben ‹jung› und vorwärtsorientiert.» Marianne Wildi: «Wir wollen eine Beziehungsbank bleiben, wobei die Beziehung wunsch- und fallweise digital oder persönlich erfolgen kann.»

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