Wichtige Infoveranstaltung zum Thema Cyberkriminalität

Meisterschwanden Fast bis auf den letzten Platz war die Mehrzweckhalle Eggen am 19. Februar besetzt. Der Anlass war ein wichtiger: Die Dienste Kriminalprävention und IT-Cybercrime der Kantonspolizei Aargau besuchten mit ihrer Roadshow Cyberkriminalität die Region. Dabei ging es um Kriminalprävention und um die Frage «Wie verhalte ich mich im Internet?».

Die Informationsveranstaltung stiess auf sehr grosses Interesse.Foto: Verena Schmidtke

Vermutlich hat inzwischen jeder und jede im E-Mail-Postfach oder bei WhatsApp fragwürdige Nachrichten entdeckt. Eine kleine Unaufmerksamkeit, ein nur flüchtiger Blick, schon ist der Link angeklickt und der Schaden vielleicht angerichtet. Bernhard Hitz von der Kantonspolizei riet zum genauen Hinschauen: «Wenn Sie unsicher sind, ob es ein wichtiges Mail ist, fahren sie vorsichtig mit dem Cursor über den Link, es erscheint die Webseite, wohin dieser führt.» Diese könne in einer Suchmaschine eingegeben werden, das gebe oft bereits Klarheit. «Was Sie nicht tun sollten: auf den Link draufklicken», betonte er. Ein Blick auf den Absender lohne sich ebenfalls. «Wenn Sie kein gutes Bauchgefühl haben, löschen Sie die Nachricht.» Wenn es wirklich etwas Wichtiges sei, würde der Absender wieder Kontakt aufnehmen.

Internet-Kriminalität: ein weites Feld

Gut eineinhalb Stunden lang informierte die Kantonspolizei die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer, welche aus Meisterschwanden und den benachbarten Orten zur Informationsveranstaltung gekommen waren. Mit Anlässen wie der Roadshow komme die Polizei ihrer Aufgabe nach, die Bevölkerung aufzuklären. «Kriminalität im Internet betrifft alle», machte Bernhard Hitz deutlich, «sowohl Profis als auch Laien. Erzählen Sie anderen von dieser Veranstaltung, so erhalten die Informationen eine breitere Wirkung.»

Im Verlauf der Veranstaltung stellte der Kantonspolizist verschiedene Sparten der Cyberkriminalität vor, wie etwa «Password Harvesting Fishing» kurz «Phishing». Wie bereits erwähnt, können Kriminelle über den Link Schadsoftware auf Computer und Smartphones installieren und so sogar an Bankdaten gelangen. «Oft wird in den E-Mails oder Nachrichten mit Druck gearbeitet, da ist immer Vorsicht geboten», sagte Hitz. Auch wenn angebliche Behörden und Dienstleister nach Passwörtern oder Kreditkartendetails fragten, sei das unseriös. Behörden und Dienstleister fragen nie derartige Details ab. Aktuell gebe es beispielsweise bei WhatsApp angebliche Nachrichten von Twint, auch hier sei es wieder ein Link, der geklickt werden soll. Der Polizist riet: «Seien Sie bei derartigen Meldungen misstrauisch.»

Weitere Bereiche, in denen Vorsicht gefragt ist, sind vorgebliche Jobangebote, bei denen rasche Verdienstmöglichkeiten oft ohne Qualifikationen angepriesen werden. Häufig sollen die Personen ihre eigenen Bankkonten dann für Geldsendungen unterschiedlicher Art zur Verfügung stellen. Hitz warnte: «Es handelt sich hierbei um Geldwäsche. Dabei arbeiten die Betroffenen als sogenannte ‹Money Mules›, also Geldesel, und machen sich noch dazu selbst strafbar.» Stellenangebote dieser Art solle man am besten der Polizei melden.

Recht schambehaftet sei es, wenn es um «Love-Scamming» gehe, so die Kantonspolizei. Gerade in sozialen Netzwerken seien diese modernen Heiratsschwindler unterwegs, nutzen die Einsamkeit ihrer Opfer aus, um an Geld zu gelangen. Den Opfern sei es oft sehr unangenehm, wenn ihnen klar werde, dass sie um ihr Geld gebracht wurden. Folglich sei die Dunkelziffer recht hoch. «Hier lohnt sich der Realitätscheck», so der Polizist. «Man sollte sich fragen: Würde ich jemandem Geld geben, dem ich noch nie persönlich begegnet bin?»

Wichtige Tipps gab es zudem für starke Passwörter, den sicheren Umgang mit QR-Codes – diese sollten immer mit der dazugehörigen App gescannt werden, und das richtige Verhalten bei Schockanrufen: einfach auflegen. Zudem warnte die Kantonspolizei im Hinblick auf Künstliche Intelligenz, diese Technik werde in Zukunft für weitere Herausforderungen sorgen. Abschliessend riet Bernhard Hitz den interessierten Anwesenden: «Bleibt aufmerksam und misstrauisch. Wenn dennoch etwas passiert ist, gehen Sie zur Polizei. Dies kann im Sinne der Prävention möglicherweise andere vor ähnlichen Erlebnissen schützen.»

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