Mit viel Herzblut und Engagement – Das Haubu-Huus feiert am 21. März Geburtstag

Hallwil Vor gut eineinhalb Jahren rumpelte und polterte es ordentlich in Hallwil – dort, wo früher Stumpen hergestellt wurden, entstand das Haubu-Huus. Ein Ort der gelebten Inklusion, offen für alle Interessierten, ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Nun feiert das vom Verein «mitenand – fürenand» angestossene Vorhaben seinen ersten Geburtstag.

Ein Blick in den Herzwurzel-Shop.Foto: VSc

Ein Blick in den Herzwurzel-Shop.Foto: VSc

Das Pflanzenbrocki ist zudem eine Oase der Ruhe.Foto: VSc

Das Pflanzenbrocki ist zudem eine Oase der Ruhe.Foto: VSc

Auch Secondhand-Kleidung gibt es im Haubu-Huus. Foto: Verena Schmidtke

Auch Secondhand-Kleidung gibt es im Haubu-Huus. Foto: Verena Schmidtke

Das Pflanzenbrocki dürfte im Aargau einzigartig sein.Foto: Verena Schmidtke

Das Pflanzenbrocki dürfte im Aargau einzigartig sein.Foto: Verena Schmidtke

Martina Hertig und Sarah Deucher freuen sich auf die Geburtstagsfeier am 21. März.Foto: Verena Schmidtke

Martina Hertig und Sarah Deucher freuen sich auf die Geburtstagsfeier am 21. März.Foto: Verena Schmidtke

Obwohl das Haubu-Huus am Dienstag geschlossen ist, empfängt das Haus die Besuchenden freundlich. Die Tische im Café Gold-Treff sind österlich dekoriert, der Goldstück-Laden lädt zum Schauen ein.

Martina Hertig und ihre Schwester Sarah Deucher, beide gehören zum Vorstand des Vereins «mitenand – fürenand», sind sich einig: «Angebote und Kurse zeigen, das Haubu-Huus ist auf dem richtigen Weg.» Dabei betont Martina Hertig lachend: «So gesehen, rumpelt es im Haubu-Huus nach wie vor, wie es bereits im Artikel während der Bauphase erwähnt wurde.» Vieles sei im Entstehen, Unterstützung bei der vielfältigen Arbeit – besonders finanzielle – ist nach wie vor hilfreich.

Einzigartiges Projekt

«Aufklärung zum Thema Beeinträchtigung ist weiterhin so wichtig», unterstreicht Hertig die besondere Aufgabe des Hauses. Neben den sichtbaren Behinderungen wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer gibt es viele unsichtbare Behinderungen – Hörbehinderung, Hirnverletzung, Essstörungen – um nur wenige zu nennen. Dennoch leben auch diese Menschen mit Beeinträchtigungen, mit denen sie im Alltag zu kämpfen haben. Deswegen sei das Haubu-Huus ein Ort, an dem die Besuchenden und auch die Mitarbeitenden so sein können, wie sie sind. Ein Ort mit Pioniercharakter, nicht zu vergleichen mit anderen integrativen Einrichtungen. Im Haubu-Huus ist jeder willkommen. Sarah Deucher und Martina Hertig betonen: «Hier soll Inklusion wirklich gelebt werden.»

Neben Café und Secondhand-Laden verfügt das Haus über einige Therapieräume, in denen sich alle Menschen gut aufgehoben fühlen können. Zudem bietet ein Kreativ-Atelier die Möglichkeit, sich für ganz unterschiedliche Kunst zu begeistern. Ausstellungsflächen können gemietet werden. Im Herzwurzel-Shop finden sich vielerlei Produkte, welche teilweise auch von beeinträchtigten Künstlerinnen und Künstlern gefertigt wurden. Nicht zu vergessen das Pflanzenbrocki, es dürfte im Kanton Aargau das einzige sein – ein Ort nicht nur mit hübschen Pflanzen, sondern auch eine kleine Oase der Ruhe. Auch der Behinderten-Schnupper-Sport kommt nicht zu kurz: Am Tischtennistisch oder an der Dartscheibe kann man sich am 21. März gerne mal vom Rollstuhl aus mit einem Profi messen.

Ein wichtiger Bereich des Haubu-Huus stellt das vielfältige Angebot an Kursen und Therapiemöglichkeiten dar. Martina Hertig selbst bietet dabei jeden Donnerstagabend ein spezielles Beweglichkeitstraining an. Weiter gibt es ein regelmässiges Angebot von einem Entspannungs- und Auftankenkurs mit Strömen und Klang. Therapeuten aus den Bereichen der Physio-, Cranio-, Dorn-Breuss-Therapie, eine Naturheilpraxis wie auch energetisches Heilen sind in den Therapieräumen im 2. OG zu finden.

Die Herausforderung der Finanzierung

Damit dieses spannende und vielfältige «Gesundheitshaus» als integratives Pionierprojekt weiterhin und vor allem langfristig bestehen kann, geht es nicht ohne finanzielle Unterstützung. «Die Fundraising- und Stiftungswelt hat sich stark verändert», so die Vereinsmitglieder. «Oft werden soziale Projekte nicht unterstützt, insbesondere, wenn sie (noch) nicht rentabel sind. Als gemeinnütziger Verein sollte aber nicht von Rentabilität, sondern Tragbarkeit gesprochen werden.» Das Geschwisterpaar betont: Jede Spende fliesse eins zu eins ins Haubu-Huus.

Und übrigens: «Jeden kann das Schicksal von heute auf morgen einholen und das Leben komplett verändern.» Eine gute Gelegenheit, sich die Einrichtung einmal genauer anzuschauen, bietet nun die Feier zum einjährigen Bestehen. Unter dem Motto «Frühling im Haubu-Huus» gibt es einiges zu den Bereichen Begegnung, Genuss, Inspiration zu entdecken. Ein reichhaltiges Programm lädt zum Verweilen ein. Zudem sorgt der Lions Lake Lucerne mit frisch zubereitetem mexikanischem Streetfood für ein kulinarisches Highlight – die Einnahmen kommen dem Haubu-Huus zugute.

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