«Seener Männerstamm» auf militärhistorischen Pfaden

Der «Seener Männerstamm» besichtigte das Festungswerk in Vitznau.Foto:zvg
Der «Seener Männerstamm» besichtigte das Festungswerk in Vitznau.Foto:zvg

Seon Für den März-Anlass des «Seener Männerstamms» lud der Vorstand seine Mitglieder zu einer Reise in die jüngere Geschichte der Schweiz ein. Es ging nach Vitznau, wo ein Besuch des Festungswerks auf dem Programm stand.

Baubeginn im 2. Weltkrieg und anschliessende Nutzung bis 1994

Das Werk liegt an der Rigi und wurde nach einer Bauzeit von nur 13 Monaten 1943 der Festungsartilleriekompanie 82 für den Betrieb übergeben. Es wurde damit Teil des Reduit-Verteidigungsdispositivs der Kampfgruppe Rigi und der Schweizer Armee für den Rest des 2. Weltkriegs. Mit der Armeereform 95 wurde das Festungswerk ausgemustert und der Betrieb eingestellt. 1998 kaufte die Gemeinde Vitznau die Festung vom VBS für zirka 45000 Franken zurück. Seither wird dieser Zeitzeuge des 2. Weltkriegs und des Kalten Krieges als Museum und als erstes Festungshotel der Schweiz für den Tourismus genutzt. Der private Verein Festung Vitznau ist heute zuständig für Führungen, den integrierten Restaurationsbetrieb sowie für den fachgerechten Unterhalt der ehemaligen Artilleriefestung. Das Festungswerk bestand aus einer Kampfanlage mit zwei Kampfständen, ausgerüstet mit je einer 10,5-Zentimeter-Boforskanone, welche von schwedischen Kriegsschiffen stammten und für den Einsatz ab einer Lafette in der Festung umgerüstet wurden. Die beiden Kanonen hatten eine Reichweite von maximal 21 Kilometer und konnten damit Ziele im Sektor Horw-Kriens-Alpnach-Kerns-Dallenwil bekämpfen sowie Unterstützungsfeuer schiessen. Weiter umfasste die Festung eine Unterkunftsanlage für 120 Mann sowie eine Betriebszentrale mit einem Sanitätsraum, der für kleinere Eingriffe ausgerüstet war. Auch ein Restaurant für die Verpflegung der Mannschaften, die jeweils im Drei-Schicht-Betrieb im Einsatz waren, gehörte selbstredend zur Ausrüstung der Festung.

Sonderausstellung und Verpflegung wie anno dazumal

Als äusserst spannend und interessant zeigt sich eine Sonderausstellung, welche die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen bis nach dem Ende des 2. Weltkrieges anhand von Schautafeln sehr illustrativ darstellt. Eine Dokumentation, die für einen aktuellen Geschichtsunterricht ausgezeichnet geeignet wäre. Besonders die Feststellung, dass die Schweiz schlecht auf den 2. Weltkrieg vorbereitet war, weil sie nach dem 1. Weltkrieg die Armee sträflich vernachlässigte und von der Friedensdividende profitieren wollte, erinnert frappant an heutige Gegebenheiten. Im Anschluss an die Führung wurde der «Männerstamm» bestens bewirtet. (MGE/rfb)

Nächster Anlass: 14. April, Besuch bei der Firma Bio-Partner in der Heimatgemeinde. Treffpunkt: 13.45 Uhr beim Parkplatz vor dem Eingang der Firma in der Birren. Anmeldungen: Jürg Sterchi, 062 775 27 07, sterchi.juerg@outlook.com.

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