Wertschätzung als Fundament der Schweiz
Seon Trotz des ausfallenden Höhenfeuers feierten Dutzende Seenerinnen und Seener am Samstagabend den 1. August im Fornholz. Festredner Ralf Bucher stellte dabei die Wertschätzung ins Zentrum seiner Ansprache.

Mit Blick über Seon feierten Dutzende Seenerinnen und Seener am Samstagabend den 1. August im Fornholz. Im vergangenen Jahr wohnten die meisten der Bundesfeier in Regenjacken bei, erinnerte sich Gemeindeammann Peter Siegenthaler. An diesem Abend war hingegen T-Shirt-Wetter angesagt. Durch die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen musste auf das Höhenfeuer verzichtet werden, das der Männerturnverein organisiert hätte. Dennoch wurden die Anwesenden im Fornholz gut mit Essen vom Grill und Trinken versorgt. Zu verdanken hatten sie dies dem Velo + Bike Team Seetal. Ebenfalls vor Ort war die Musikgesellschaft Seon, die neben der Landeshymne noch einige weitere Stücke spielte. Allen beteiligten Vereinen sowie den weiteren Mitwirkenden dankte der Gemeindeammann.
Doch nicht nur er: Auch der Redner des Abends, Ralf Bucher, Grossrat und Grossratsvizepräsident, widmete seine Rede der Wertschätzung. Von dieser, so der Grossrat, lebe die Schweiz. «Sowohl Seon als auch Mühlau sind in den letzten Jahren stark gewachsen», sagte Bucher. Umso wichtiger sei es, auch dabei die Seele der Gemeinde zu behalten. Für ihn, so der Grossrat, bestehe die Seele einer Gemeinde aus Vereinen und Menschen, die für ihr Dorf Verantwortung übernehmen. Davon lebe die Schweiz. «Wertschätzung ist mehr als nur ein freundliches Wort, sie ist eine innere Haltung.» Was passieren könne, wenn diese Wertschätzung verloren gehe, sehe man in Deutschland oder auch in den USA. «Solche Risse wieder zu flicken, braucht viel Zeit und Ressourcen.» Anders sieht es für den Grossrat in der Heimat aus: «In der Schweiz leben wir in einem Land, das uns viel gibt. Das ist nicht selbstverständlich.» Vielmehr sei es das Resultat von Generationen von Menschen, die Verantwortung übernommen haben.
Bucher erinnerte die Anwesenden auch daran, wie wichtig demokratische Institutionen sind und wie verletzlich sie zugleich sein können. «Hier heisst Wertschätzung Engagement. Davon lebt die Demokratie – und nicht nur vom Zusehen.» Zum 1. August wünschte der Grossrat den Anwesenden einen Moment der Besinnung auf die wichtigen Werte und regte einen Perspektivenwechsel an. «Dinge wie frisches Trinkwasser sind für uns selbstverständlich, für andere sind sie aber unerreichbar. Da fällt ein wenig Verzicht einfacher.»



