Vom Urknall in die Zukunft – Die Zirkusschule Capriola auf Zeitreise

Leutwil In einer fantasievollen Zeitreise präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Zirkusschule Capriola in Leutwil ihr Können. Das Publikum war begeistert und sparte nicht mit Applaus.

Mira und Tinea kurz vor der Aufführung.Foto: VSc

Mira und Tinea kurz vor der Aufführung.Foto: VSc

Gian und seine Mutter Giulia.Foto: VSc

Gian und seine Mutter Giulia.Foto: VSc

Das Publikum war beeindruckt von der Aufführung.Foto: Verena Schmidtke

Das Publikum war beeindruckt von der Aufführung.Foto: Verena Schmidtke

Eine Gruppe lustiger Clowns öffnet einen Stapel Briefe. «Nur Rechnungen», stellt einer von ihnen enttäuscht fest. Doch da, ein weiterer Umschlag, ein anderer Clown schaut hinein und ruft: «Wir haben etwas gewonnen – eine Zeitreise.» Dann beginnt das Abenteuer. Bis zurück zum Urknall besuchen die lustigen Reisenden verschiedene Stationen und erleben dabei nicht nur Historisches, sondern auch beeindruckende artistische Nummern.

Hinter der Zirkusschule Capriola stehen Claudia und Sandro Kaspar. Das Ehepaar war vorher bereits in Zürich bei der Zirkusschule Robinson im zirkuspädagogischen Bereich tätig. «2018 haben wir hier in Leutwil unsere eigene Zirkusschule eröffnet», berichtet Claudia Kaspar. Die Gemeinde sei von Beginn an offen für das Vorhaben gewesen. «Wir wurden wirklich sehr unterstützt», freut sich die Zirkuspädagogin. «Dazu gehört auch, dass wir jeden Freitag in der Turnhalle Kurse geben können.» Aufgeteilt seien die Teilnehmenden in Altersgruppen vom Kindergarten, Klassenstufen 1 bis 3 und 4 bis 6 sowie die Oberstufe. «Einmal im Jahr haben wir eine Aufführung, in diesem Jahr ist das Thema ‹Zeitreise›», so Kaspar. Capriola sei vom Angebot breit aufgestellt, es reiche von Balanceübungen über Jonglage bis zu Luftakrobatik. «Es ist uns ein Anliegen, dass die Kinder sich ausprobieren können, um zu sehen, welcher Bereich ihnen besonders zusagt», betont die Pädagogin. 70 Kinder, grösstenteils aus der Umgebung, besuchen den Unterricht, einige nehmen sogar einen weiteren Weg gern in Kauf.

Engagierte Kinder und Eltern

Einer von ihnen ist der 8-jährige Gian aus Buchs, er erzählt: «Meine Eltern haben mich gefragt, ob ich mir die Zirkusschule anschauen möchte, und sie hat mir gefallen.» Seit zwei Jahren sei er nun dabei, dies sei seine zweite Jahresaufführung. Gefragt, was ihm besonders gefällt, antwortet Gian: «Alles ist cool. Nur das Aufwärmen nicht so.» Aufgeregt sei er jetzt, kurz bevor der Vorhang hochgehen soll, aber noch nicht. Damit verschwindet er, um sich noch etwas vorzubereiten. Seine Mutter Giulia freut sich, dass ihm die Zirkusschule so gut gefällt, und bekundet: «Das Konzept und die breiten Möglichkeiten sind toll. Dafür lohnt sich die Anfahrt.» Auch sie sei am Anlass eingebunden: «Ich helfe heute Backstage bei den Requisiten, die Hauptprobe war spannend.» Hinter der Bühne sind weitere Eltern im Einsatz, Sarah bereitet gerade mit einigen anderen Müttern den Apéro vor. «Meine Söhne sind jetzt schon acht Jahre in der Zirkusschule, ihnen macht das sehr viel Spass.» Kurz darauf stossen haben Mira und Tinea hinzu. Beide sind 12 Jahre alt und kommen aus Leutwil. Mira ist schon acht Jahre in der Zirkusschule. «Durch Mira bin ich vor vier Jahren zu Capriola gekommen», sagt Tinea. Beide finden es gut, dass sie in der Zirkusschule so viel ausprobieren können. Besonders Boden- und Luftakrobatik gefalle ihnen.

In der Manege beziehungsweise auf der Bühne zeigen die jungen Artistinnen und Artisten ihr Können, an den Vertikaltüchern turnen schon die Jüngeren und stellen so «Erstes Leben unter Wasser» dar. Die «Erste Pflanzenwelt» wird mit Bändern und balancierend auf Kugeln präsentiert. Es folgt das «Alte Ägypten» mit einer rasanten Einradnummer. An den Tüchern bewegen sich Burgfräulein so gewandt und schnell, dass dem einen oder anderen Zuschauer manchmal ein wenig der Atem stockt. Dabei sorgt eine treffende Musikauswahl für eine stimmige Atmosphäre und nimmt das hingerissene Publikum mit auf die Zeitreise.

Claudia Kaspar fügt noch an, dass die Zirkusschule inzwischen eine Showgruppe habe, welche sich aus den verschiedenen Kursen zusammensetze. «Nach den Sommerferien bieten wir ausserdem in Beinwil am See ‹Kultur im Zelt› an», teilt sie mit. Dabei gebe es Workshops, Konzerte, Kino und noch mehr.

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