Seetaler Imkerschaft bildet sich weiter: Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben

Stefan Neupert, Bieneninspektor und Hornissenexperte, schulte die Imker zur Asiatischen Hornisse.Foto: zvg
Stefan Neupert, Bieneninspektor und Hornissenexperte, schulte die Imker zur Asiatischen Hornisse.Foto: zvg

Egliswil Auch 125 Jahre nach der Gründung des Vereins Bienenzüchterverein Aargauisches Seetal bilden sich die Imkerinnen und Imker regelmässig weiter. In den Anfängen nach der Gründung im Jahre 1901 genügten noch viele Jahrzehnte zwei oder drei Zusammenkünfte, um sich zu informieren und Neues zu erfahren. Seit einigen Jahren trifft sich die Imkerschaft regelmässig 8- bis 10-mal pro Jahr in ihrem Vereinsbienenhaus in Egliswil. So auch am letzten Sonntag zum Thema Asiatische Hornisse. Im letzten Jahr konnten im Aargau rund hundert Nester der Hornisse gefunden und durch Spezialisten vernichtet werden. Da nie alle Nester gefunden werden, rechnet man in diesem Jahr mit einer Vervierfachung der Nester. Der Kanton übernimmt nur die Kosten für die Vernichtung der Nester, die Suche ist allein Sache der Imker. Die ist sehr aufwendig.

Seit rund zwei Wochen sind zahlreiche Asiatische Hornissen in unserer Region gesichtet und auf der Meldeplattform asiatischehornisse.ch gemeldet worden. Es handelt sich vornehmlich um junge Königinnen, die jetzt ihr sogenanntes Primärnest bauen. Die Imker, die in einem Umkreis von einem Kilometer um den Fundort mit ihrem Bienenstand sind, werden durch die Koordinationsstelle Asiatische Hornisse Aargau informiert. Die grosse Herausforderung der Imker ist es nun, ihre Bienenstände laufend zu überwachen und entsprechende Vorkehrungen zu ihrem Schutz zu treffen. Asiatische Hornissen ernähren sich von Insekten, vornehmlich Bienen und Wildbienen. Ein ausgewachsenes Hornissenvolk vertilgt zwischen 11 und 15 Kilogramm Insekten. Zum Speisezettel gehören aber auch Obst und Trauben.

Stefan Neupert, Bieneninspektor und Hornissenexperte, forderte die anwesenden Vereinsmitglieder auf, sich jetzt auf die Beobachtung ihrer Bienenvölker zu konzentrieren. Auch dafür zu sorgen, dass starke und vitale Völker herangezogen und gepflegt werden. Die Bienenstände sind bei Beflug durch die Hornisse mit einem Gitterschutz vor dem Flugloch zu versehen, damit diese nicht direkt ins Volk eindringen können. Bei einem Befall von 10 bis 12 Hornissen fliegen die Bienen nicht mehr aus.

Bis vor zwei Jahren wurden mittels Triangulation und Radiotelemetrie die Nester der Asiatischen Hornissen noch vom Bieneninspektorat gesucht. Infolge Ressourcenknappheit und der fehlenden Finanzen ist die Imkerschaft heute auf sich selbst angewiesen. Einzig die Vernichtung der Nester wird durch den Kanton mithilfe von Spezialisten übernommen. Es wird von Experten angenommen, dass sich in den nächsten Jahren die Hornisse exponentiell ausbreiten und weitere massive Schäden auch an Obst- und Rebkulturen anrichten wird. Zudem wird dringend davon abgeraten, ein Hornissennest selber zu entfernen. Eine völlige Ausrottung dieser Art ist aus heutiger Sicht nicht mehr möglich. Mit einem Grillschmaus klang der gemeinsame Morgen aus. (pd)

Fundorte der Hornisse sind auf dem AGIS-Geoportal ersichtlich.

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