Miteinander und füreinander – Gospel-on ist mehr als nur ein Chor

Seon Seit 20 Jahren begeistert Gospel-on aus Seon das Publikum mit einem vielfältigen Repertoire. Doch der Chor trägt nicht nur zur Gemeinschaft bei, er stiftete auch die eine oder andere Partnerschaft: Monika Kläusler und Steffen Hassel sind seit 2016 verheiratet und bilden eine Patchworkfamilie.
Es dauert nicht mehr allzu lange, bis Gospel-on den runden Geburtstag mit einigen Jubiläumskonzerten begehen kann. «Wir proben jede Woche am Montagabend, ausser in den Schulferien», berichtet Glastechniker Steffen Hassel. Für die Jubiläumskonzerte haben sich die Mitglieder die beliebtesten Songs der vergangenen Konzerte ausgesucht. Monika Kläusler, sie ist Katechetin, führt aus: «Jemand hat sich die Mühe gemacht, daraus eine Liste zu erstellen – und jeder konnte zwei Lieblingsstücke ankreuzen.» Nun seien 18 Lieder im Programm, das Publikum darf sich auf klassische Gospellieder, Spirituals, moderne Songs und mehr freuen: «‹Amezaliwa› ist ein afrikanisches Lied, das ich gerne singe und es bringt bald einmal frohe Stimmung unter die Menschen», so Monika Kläusler, «das Lied ist seit den Gründungsjahren in unserem Repertoire verankert.»
Dass so ein Gospelchor weit mehr ist, als ab und an gemeinsam zu singen, beweisen Monika Kläusler und Steffen Hassel eindrücklich. Fast von Beginn an waren sie Mitglieder des Chores. «Gospel-on wurde 2006 im Sommer von Jürg von Niederhäusern gegründet», informiert Kläusler. «Er war damals Pfarrer in Seon.» Hassel berichtet, er sei Sommer 2007 dem Gospelchor Seon beigetreten: «In Chören habe ich vorher auch schon gesungen. Vereine und Chöre sind gute Orte, um Kontakte zu knüpfen.» Auch seine Ehefrau begeisterte sich früh für Musik. «Vor meiner Lehre sang ich im Ten-Sing-Chor Lenzburg», erzählt sie lächelnd. «Der Gospelchor sang im Gottesdienst zur Taufe meiner Tochter. Und der Pfarrer fragte, ob ich mitsingen möchte.»
Seither seien sie begeisterte Mitglieder bei Gospel-on. Bis die beiden ein Paar wurden, dauerte es einige Jahre. «Das war zu einer Silvesterfeier 2012», erinnert sich Steffen Hassel an den Moment, an dem es gefunkt hat. Die Feier sei übrigens von Freunden aus dem Chor ausgerichtet worden in der Waldhütte Seon. «Durch Gospel-on sind viele gute Freundschaften entstanden», ist sich das Ehepaar einig. Nach den Proben sei es nicht unüblich, noch eine Weile zusammenzustehen und sich auszutauschen. Monika Kläusler stellt fest: «Gemeinschaft wird grossgeschrieben. Wir sind miteinander und füreinander da, in guten und weniger guten Zeiten. Es ist ein bisschen wie gelebte Seelsorge.» Ihr Mann fügt noch hinzu: «Es gibt ja auch Studien, die zeigen, gemeinsames Singen steigere das Wohlbefinden. Und da ist schon etwas dran.» Natürlich durfte Gospel-on bei ihrer Hochzeit im Jahr 2016 nicht fehlen. «Er hat im Gottesdienst gesungen, das war wirklich schön», so Kläusler. Beide weisen lachend darauf hin, dass sie nicht die Einzigen seien, die über das Singen zueinander gefunden hätten.
In seiner 20-jährigen Geschichte prägten verschiedene Chorleiter Gospel-on. Auf den Gründer Jürg von Niederhäusern mit Bandleader Marc Urech folgte Roland Bauer und bis heute Slava Kästli – sie alle brachten eigene Impulse ein. Beispielsweise Probewochenenden zum Teil gemeinsam mit der Band, welche den Chor bei Auftritten begleitet. Die Gemeinschaft werde zudem durch Ausflüge und besondere Projekte gestärkt. «Einmal haben wir in Lenzburg in der Justizvollzugsanstalt gesungen», berichtet Hassel, das sei ihnen definitiv sehr in Erinnerung geblieben. Monika Kläusler ergänzt: «Anschliessend hatten wir die Möglichkeit, uns mit den Insassen auszutauschen – das war auf zwischenmenschlicher Ebene sehr eindrücklich.» Ein weiteres aufregendes Erlebnis sei ein internationales Chortreffen in Prag gewesen. «Aus ganz Europa waren Chöre dorthin für ein Wochenende gereist», erinnert sich ihr Mann. «Wir haben viel voneinander lernen können in den Tagen. Für uns alle war das sehr bereichernd.» Besonders schön seien die beiden Auftritte gewesen, welche der Chor in Kirchen absolvieren konnte.
Spannend dürfte auch der Ansatz des Gospelchores sein, Sängerinnen und Sänger für verschiedene Projekte zu suchen. «Das passt für viele sehr gut», erläutert Hassel das Vorhaben. «Nicht alle haben Zeit für Bindung an Vereine oder Chöre, zeitlich befristet funktioniert es mitunter besser.» Nun seien sie und die übrigen Chormitglieder schon gespannt auf die Jubiläumskonzerte im Januar. Welche besonderen Songs Gospel-on dafür ausgewählt hat, erfährt das Publikum am 17. und 18. Januar in der reformierten Kirche in Seon. (VSc)



