100 Jahre Lebensgeschichte: Viel gesehen, viel erlebt

Seon Am 27. Februar feierte Elsa Hirt im Alters- und Pflegeheim Unteres Seetal in Seon ihren 100. Geburtstag. Sie blickt zurück auf ein Jahrhundert und erzählt, weshalb sie auch im hohen Alter noch gesund und glücklich ist.

Elsa Hirt wurde kürzlich 100 Jahre alt.Foto: zvg
Elsa Hirt wurde kürzlich 100 Jahre alt.Foto: zvg

Ballone und Girlanden zierten am Freitag das Altersheim. Bekannte und Verwandte kamen vorbei, brachten Blumen oder schickten Karten. Auch der Egliswiler Gemeindeammann Ueli Voegeli sowie Vizeammann Xenia Athanassoglou überbrachten der Egliswilerin ihre Glückwünsche.

Von prägenden Jahren und unvergesslichen Reisen

Geboren und aufgewachsen ist Elsa Hirt auf einem Bauernhof im Zürcher Oberland. Der Fussmarsch, den sie täglich in die Oberstufe zurücklegen musste, dauerte eine Stunde pro Strecke. Mit ihren damaligen Weggefährten verband sie ein enger Zusammenhalt, der bis zu deren Tod anhielt. Seit 1951 lebt sie im Aargau. «Es gefällt mir hier», sagt sie. Noch heute erhält sie regelmässigen Besuch aus Egliswil. Vor ihrer Hochzeit engagierte sie sich im Volksdienst – eine Aufgabe, die sie sehr schätzte. Beim Schweizer Verband Soldatenwohl sorgte sie während des Krieges für eine warme, alkoholfreie Stube für Soldaten und für kostengünstige Verpflegung der Fabrikarbeiter. Der Weltkrieg blieb für sie eine prägende Zeit. Trotzdem blickt Elsa Hirt auf ein erfülltes Leben zurück. Mit ihrem Mann, der vor 25 Jahren verstorben ist, verbrachte sie eine glückliche Zeit. «Er war ein Guter», sagt sie. Gemeinsam bauten sie ein Haus und unternahmen Reisen. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr Istanbul und die Reise mit der Vespa bis nach Nizza – «das ist unvergesslich».

Zwischen Lebensfreude und Abschiednehmen

Im Laufe eines Jahrhunderts hat sie viele Veränderungen miterlebt. Waschmaschinen, Autos und die neuen Reisemöglichkeiten hebt sie besonders hervor. Doch würde sie noch einmal jung sein, würde sie an ihrem Leben nichts ändern wollen. Obwohl sie bereits viele geliebte Menschen verabschieden musste, fühlt sie sich nicht einsam. Im Altersheim hat sie gute Nachbarn und Freundinnen, sie wird gut umsorgt – und es ist immer etwas los. Blumen und der Garten bedeuten ihr viel. Zudem informiert sie sich gerne über das politische Geschehen – früher über das «Aargauer Tagblatt», heute im Fernseher. Gesund und bescheiden leben sowie viel Lesen und Kreuzworträtsellösen hätten dazu beigetragen, dass es ihr mit hundert Jahren noch so gut gehe.

Dass der Tod im Altersheim ein ständiger Begleiter ist, stimmt sie manchmal traurig – besonders, wenn sie die Verstorbenen gut gekannt hat. Angst vor dem Sterben hat sie jedoch nicht. «Man muss irgendwann gehen», ist ihre Devise. Was sie der jungen Generation mitgeben möchte? Sorge zur Natur tragen – und die Welt entdecken.

Weitere Artikel zu «Seetal-Lindenberg», die sie interessieren könnten

Der FC Sarmenstorf braucht einen Kunstrasenplatz und lädt zum Ländlerobig ein.Foto: rfb
Seetal-Lindenberg28.10.2026

Urchige Musik für einen guten Zweck

Sarmenstorf Am Freitag, 13. November, veranstaltet der FC Sarmenstorf erstmals einen Ländlerobig in der Mehrzweckhalle.
Geeignet als Schulraum – leider in der falschen Zone: Das Seetalschulhaus in Seon.Foto: Rinaldo Feusi
Seetal-Lindenberg28.10.2026

Seon will über 10 Millionen Franken investieren

Seon Ein neues Schulhaus, mehr Personal und die Frage nach den künftigen Kosten: Am Politapéro in Seon stellte der Gemeinderat seine Pläne vor.
Der Seener Männerstamm besuchte die Firma Stöckli in Malters.Foto: zvg
Seetal-Lindenberg28.10.2026

Seener Männerstamm besucht den Skihersteller Stöckli

Seon Der Seener Männerstamm hat die Skifabrik Stöckli in Malters besucht. Die Senioren erfuhren, wie jährlich 80 000 Paar Ski entstehen und weshalb Handarbeit…