Kulturreise an den Rhein

Die «Männerstämmler» auf der Klosterinsel.Foto: zvg
Die «Männerstämmler» auf der Klosterinsel.Foto: zvg

Seon Frühmorgens verliess der Reisebus mit dem «Seener Männerstamm» an Bord die Gemeinde Seon und visierte als erstes Ziel das Städtchen Kaiserstuhl am Rhein an. Im Garten und im Schatten der Bäume war im Restaurant Kreuz der obligate Kafihalt eingeplant. Anschliessend nahm die Reisegesellschaft Kurs auf die Insel Rheinau, welche nach rund 45 Minuten Fahrzeit erreicht wurde.

Führung durch ein kulturhistorisches Kleinod

Pünktlich um 10 Uhr wurden die Teilnehmer für eine Führung durch die wunderschön gelegene und sehr eindrucksvolle Klosterkirche abgeholt und auch gleich in zwei Gruppen eingeteilt. Das Kloster Rheinau wurde auf der Rheininsel um circa 778 gegründet und war – von einzelnen Unterbrüchen abgesehen – bis zur Aufhebung der Klöster im Kanton Zürich im Jahre 1862 von Benediktinermönchen belebt. Danach wurden die Klostergebäude bis ins Jahr 2000 als psychiatrische Klinik genutzt. Heute beherbergen die Klostergebäude die hauswirtschaftlichen Ausbildungen des Kantons Zürich, ist Sitz einer spirituellen Weggemeinschaft und bietet auf der sogenannten Musikinsel Platz für musikalische Aufführungen aller Art. Das kulturhistorische Juwel, die Klosterkirche, wird von der Katholischen Kirchgemeinde Rheinau genutzt. Benediktinermönche waren auf der Rheinau frühestens ab 837 anzutreffen; sie kamen vor allem aus den bereits bestehenden Klöstern St. Gallen und Reichenau. Die Blütezeit erlebte das Kloster von 900 bis Ende des 15. Jahrhunderts. Nach der Reformation wurde das Kloster wiederhergestellt und erlebte im 18. Jahrhundert eine Renaissance. Die heutige Klosterkirche ist ein Prunkstück des Barocks und wurde im 17. und 18. Jahrhundert erstellt. Die Kirche erhielt im Laufe der Zeit zwei Orgelinstrumente, die unter Liebhabern der Orgelmusik als Juwel gelten und Organisten aus aller Herren Länder zum Bespielen anziehen. Von der reichhaltigen und üppigen Ausstattung der Kirche – eben typisch Barock – zeigten sich die interessierten «Männerstämmler» tief beeindruckt.

Trotz wenig Wasser ein tolles Erlebnis

Nach dem Mittagessen wartete an der Schiffsanlegestelle ein Schiff der Schifffahrtsgesellschaft Mändli für eine Fahrt flussaufwärts. Erstes Highlight auf dem Weg an den Rheinfall in Schaffhausen war dabei das Kraftwerk Rheinau, bei welchem die Reisegesellschaft aussteigen musste, um das Kraftwerk trockenen Fusses zu umgehen. Das Schiff wurde dann über eine Schiene mit einer Drahtseilwinde auf die andre Seite des Kraftwerks gezogen. Danach ging es ohne Unterbruch und mit vielen Anekdoten und Erläuterungen des Schiffsführers zur Geschichte und Geografie des Rheins, vorbei an Bunkern aus dem 2. Weltkrieg, weiter zum grössten und mächtigsten Wasserfall Europas. Dieser bietet dem Besucher aktuell aber ein eher klägliches Bild: Nicht einmal ein Drittel der sonst üblichen durchschnittlichen Wassermenge rauscht auf dem Weg Richtung Meer über die Felsen des Rheinfalls. Nach dem Ausstieg unterhalb des Schlosses Laufen und dem nachfolgenden Aufstieg zum Parkplatz, notabene bei grosser Hitze, waren die Teilnehmer froh und erleichtert, wiederum den Reisebus besteigen zu können. (MGE/rfb)

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