«Ich wünsche mir Frühling für die Bildungslandschaft»

Sarmenstorf Am 1. August 2020 ist Sandra Henkes als Schulleiterin gestartet. Für sie ist es Heimkehr und Neubeginn gleichermassen. Ein Zwischenstopp.

Seit letztem August im Amt: Die Sarmenstorfer Schulleiterin Sandra Henkes. Foto: Graziella Jämsä
Seit letztem August im Amt: Die Sarmenstorfer Schulleiterin Sandra Henkes. Foto: Graziella Jämsä

Eltern werden Sandra Henkes kennen, war sie doch neun Jahre in der Schulpflege, hatte während fünf davon das Präsidium inne. Auch im Sekretariat der Musikschule Seengen arbeitete sie alles andere als isoliert. Aber wie wird man eigentlich Schulleiterin? «Werden ist relativ», antwortet Sandra Henkes und lächelt.

«Eigentlich arbeite ich schon mein ganzes Leben lang in vielen verschiedenen Funktionen im Bildungsbereich.» Mit 18 Jahren sei sie als Au-pair nach Amerika gegangen und gleich fürs Studium geblieben. «Bachelor und Master in International Relations, mit Literatur und Sprachen in den Nebenfächern. Eigentlich wollte ich in den diplomatischen Dienst oder zur Uno.»

Doch das deutsche Kontingent sei zu dem Zeitpunkt ausgeschöpft gewesen. «Ich hätte warten müssen.» Stattdessen wird sie Director of Housing an der Webster University in St. Louis. «Ich kümmerte mich um das Alltagsleben der Studierenden abseits der Hörsäle – von der Unterkunft bis zur psychologischen Unterstützung in Krisensituationen.» Später leitet sie in den Niederlanden für Shell ein Lernzentrum, bevor sie in der Schweiz eine Stelle als Dekanin annimmt. Mit der Familiengründung wird Sarmenstorf zum Lebensmittelpunkt.

Die Kraft des Miteinander

Was bringt sie aus ihrer Geschichte für die neue alte Aufgabe mit? «Ich weiss um die Kraft des Miteinander. An einer Schule kommen so viele Menschen zusammen, spielen unterschiedlichste Faktoren eine Rolle. Wenn die Beteiligten wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können, macht das ungeheuer viel möglich.» Ein sehr aktueller Aspekt sei die IT-Struktur. «Nicht nur das Homeschooling während des Lockdowns hat gezeigt, wie wichtig gut funktionierende Technik ist.»

Neue Unterrichtsformen bedürften mehr Platz. Fachpersonal für Logopädie oder Heilpädagogik sei sehr schwierig zu finden. «Doch ohne ist integrative Schule nicht möglich.»

Für die Zukunft brauche es ein System mit ausreichend Ressourcen. «Und darum wünsche ich mir Frühling für die Bildungslandschaft.» Und für Sarmenstorf präzisiert sie: «Die Kinder sollen sich freuen, zur Schule zu kommen und zu lernen, so wie die Lehrpersonen sich aufs Unterrichten freuen. Dann können wir gemeinsam für die Zukunft lernen.»

Arbeiten an den neuen ­Strukturen der Schule

Sarmenstorf Mit der Annahme der «Neuen Führungsstrukturen der Aargauer Volksschule» durch das Volk ist der Gemeinderat beauftragt, bis zum 1. Januar 2022 die «Neuen Führungsstrukturen» einzuführen.

In Sarmenstorf arbeiten der Gesamtgemeinderat, die Schulpflege sowie die Schulleitung mit viel Herzblut an der fristgerechten Umsetzung und setzen sich konstruktiv im Sinne des Volksauftrages für die Schule Sarmenstorf ein.

Der Kick-off zur Phase 2 ist unter Beizug eines vom Kanton empfohlenen Beraters Ende Januar erfolgreich gestartet worden. (gks)

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