HV Seetal mit Jahresschrift und neuem Digital-Archiv

Seengen In Seengen lud die Historische Vereinigung Seetal und Umgebung (HV Seetal) am 25. März zu zwei Vernissagen ein: 100 Jahre Jahresschrift «Heimatkunde aus dem Seetal» und das digitale Vereinsarchiv wurden dabei vorgestellt. Das macht die lokale Geschichte leichter zugänglich.

Präsident Daniel Humbel begrüsst die Anwesenden.Foto: Verena Schmidtke
Präsident Daniel Humbel begrüsst die Anwesenden.Foto: Verena Schmidtke

Viele Interessierte hatten sich am Dienstagabend in der Aula des Schulhauses eingefunden, alle Plätze waren besetzt. Daniel Humbel, Präsident der Historischen Vereinigung, begrüsste sie herzlich und musste sogleich eine weniger schöne Nachricht hinzusetzen: «Leider ist unser Vizepräsident Paul Wyrsch-Ineichen erkrankt und kann nicht teilnehmen, um über die Entstehung der Jahresschrift zu berichten.» Diese betreut er seit vielen Jahren mit sehr viel Engagement.

Alice Gehrig und Hans Peter Lindenmann berichteten anschaulich, wie sie an ihren jeweiligen Beiträgen zur Jahresschrift gearbeitet haben. Dabei befasste sich Gehrig mit zwei Vertretern der Familie Fehlmann: dem Fahnenmaler Jakob Fehlmann (1828–1914) und Gottlieb Fehlmann (1855–1931), welcher die grosse Glocke im Seenger Kirchturm gestiftet hatte. Eine Plakette zur Stiftung sowie ein Buch über den Fahnenmaler hatten sie zu ihrem Artikel angeregt, so die Autorin. Es folgten Recherchen unter anderem im Staatsarchiv, sie führt mit einem Schmunzeln aus: «Es ist hilfreich, die alte Schrift lesen zu können.»

Stammbaum bis ins Jahr 1600

Eine Aussage, die Hans Peter Lindenmann in seinem Vortrag aufgriff. Auch er musste sich für seine Arbeit an einem umfassenden Stammbaum der Familie Lindenmann im Seetal mit der alten deutschen Schrift auseinandersetzen. Wie seine Vorrednerin behalf er sich dabei mit einem gedruckten Alphabet – dennoch seien die alten Handschriften mitunter schwer zu entziffern gewesen. Seine beeindruckende Mühe hat sich gelohnt. «Mein Fazit, alle Lindenmann im Seetal sind miteinander verwandt», macht er deutlich. «Als gemeinsamen Stammvater haben sie Philipp Lindenmann.» Eine beeindruckend lange Stammtafel mit Beginn im Jahr 1600 war ausgestellt. Sie zog schon vor der Vernissage die Gäste an. Ausserdem hat Lindenmann eine ausführliche Dokumentation zusammengestellt. «Das war eine spannende Arbeit und mit dem Resultat bin ich zufrieden», schloss er seinen Vortrag.

Daniel Humbel übernahm es, etwas zur Entstehung der Jahresschriften zu berichten. «Zunächst geht es darum, die verschiedenen Beiträge zu sammeln und zu prüfen», erläuterte er. «Mitunter müssen noch Fragen mit den Autoren geklärt werden. Der Zeitaufwand ist recht unterschiedlich.» Danach gehe es um die Reihenfolge der Texte, die Frage, wie Bilder am besten platziert werden, und schliesslich um die Druckversion – auch diese werde nochmals überprüft. «Der Prozess vom Start bis zur gedruckten Jahresschrift dauert mindestens ein halbes Jahr», so der Präsident.

Das digitale Vereinsarchiv

Der zweite Teil des Abends stand im Zeichen der neuen Webseite der Historischen Vereinigung sowie der Digitalisierung des Vereinsarchivs. Dazu referierte Daniel Steiner von «webFormat». Steiner war bereits für die Vorgängerversionen des Internetauftritts zuständig. «Es ist sehr viel Material wie Dokumente, Briefe oder Fotos, das eingescannt werden muss», stellt er dar. «Insgesamt sind wir bei einem Datenvolumen von 110 Gigabyte.» Allerdings habe das Scannen, das eine spezialisierte Firma übernommen hat, etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Dennoch konnte Steiner den Anwesenden Einblicke auf die neue Webseite und auch in die Funktionsweisen des digitalen Archivs geben.

Daniel Humbel erinnerte daran, wie das Vorhaben im Jahr 2020 seinen Anfang nahm: «Nur dank den Beiträgen der öffentlichen Hand war die Umsetzung möglich.» So habe die Historische Vereinigung nach Bewilligung des Regierungsrates des Kantons Aargau 40000 Franken aus dem Swisslos-Fonds erhalten. Hinzu kämen hilfreiche Beiträge von den Gemeinden und Kirchgemeinden aus dem aargauischen und dem luzernischen Seetal. «Memoriav» habe 2300 Franken zugesichert, die Restsumme von 5000 Franken trage der Verein selbst.

Humbel zum Abschluss: «Wir sind zufrieden, dass unser Projekt im Rahmen des Budgets abgeschlossen werden kann.»

Weitere Artikel zu «Seetal-Lindenberg», die sie interessieren könnten

In Schlumpfhausen mit dem Kinderturnen.Foto: Debora Hugentobler
Seetal-Lindenberg01.04.2026

Turnerabend Böju feiert grosses Comeback

Beinwil am See Unter dem Motto «Böju.TV» begrüsste der Turnverein Beinwil am See das Publikum nach 19 Jahren Sendepause. Alle drei Vorstellungen im Löwensaal…
Seetal-Lindenberg01.04.2026

Spielzeuge wie Sand am Meer. Foto: DHu
Seetal-Lindenberg25.03.2026

Es österlet am Frühlings-markt Seengen

Seengen Bei strahlendem Wetter zog der Frühlingsmarkt Seengen zahlreiche Besucherinnen und Besucher an – und bot eine Mischung aus Neuem und Gewohntem.