Holzschnitzel aus Sturmholz

Sturmschäden Um Borkenkäfern nach den Stürmen keine Angriffsfläche zu bieten, werden die Wälder gesäubert. Allein in Hallwil wurden an einem Tag 140 Kubikmeter Stammholz zu 400 Kubikmeter Holzschnitzeln gehäckselt. Dies ist Heizmaterial für die Region.

Produktion läuft nach den Winterstürmen auf Hochtouren: Stämme werden im Hallwiler Wald zu Holzschnitzeln zerkleinert und in einen Transportwagen gefüllt. Foto: Andreas Walker
Produktion läuft nach den Winterstürmen auf Hochtouren: Stämme werden im Hallwiler Wald zu Holzschnitzeln zerkleinert und in einen Transportwagen gefüllt. Foto: Andreas Walker

Die Stämme bestanden aus Sturmholz vom Februar 2020 und vom Winter 2020/2021 und waren für die Sägereien nicht mehr verwendbar. Matthias Bruder, Leiter des Forstbetriebs Rietenberg (Gemeinden Boniswil, Dintikon, Egliswil, Hallwil, Hendschiken, Seengen, Villmergen), erklärt: «Der Winter erzeugte in unserem Revier etwa 1500 Kubikmeter Schadholz, von welchem etwa die Hälfte zu Holzschnitzeln verarbeitet wurde. Die Schneelast hat besonders beim Nadelholz zu vielen Schäden geführt. Da vor allem dort der Borkenkäfer hineingeht, wurde dieses Holz zeitnah aufgeräumt.»

Leibspeise des Buchdruckers

Fichten sind geradezu die Leibspeise des Buchdruckers, einer der vielen Borkenkäferarten. Diese werden sichtbar, wenn man ein Stück Rinde eines frisch abgestorbenen Baumes abnimmt und dessen Innenseite an die Oberfläche kehrt. Oft wimmelt es dann von Buchdruckern – den etwa fünf Millimeter grossen braunen Borkenkäfern.

Deutlich sichtbar sind die Gänge, die sich wie Querschnitte eines wurmstichigen Apfels nach der Seite hin abzeichnen. Weil seine Spuren wie Schriftzeichen aussehen, hat dieses typische Bild ihm schliesslich den Namen Buchdrucker eingebracht. Problematisch wird es, wenn die Bäume zusätzlich geschwächt werden, wie etwa diesen Winter durch Schneelast oder Trockenheit. Dies ermöglicht dem Borkenkäfer ein leichteres Eindringen. Borkenkäfer treten vor allem dort in Erscheinung, wo die Bäume einmal geschwächt worden sind.

Ein gesunder Baum kann sich in den meisten Fällen erfolgreich gegen diese kleinen Tiere wehren. Beginnt der Käfer, in die gesunde Rinde einzudringen, fliesst Harz in diese kleine Wunde und verschliesst sie sofort wieder.

Nass-kalter Frühling als Bremse

Ein trockener und warmer Frühling hätte die Ausbreitung des Borkenkäfers rasant gefördert. Doch glücklicherweise sorgte der kühle Frühling dafür, dass dieses Szenario ausblieb. Bruder erläutert: «Wir wussten im Februar noch nicht, ob uns ein warmer und trockener Frühling erwartet, was die Ausbreitung des Borkenkäfers sehr begünstigt hätte. Das kalte Frühlingswetter kam uns entgegen, denn es hat die Entwicklung des Borkenkäfers auf natürliche Weise gebremst.»

Tatsächlich war der Frühling nicht nur gefühlt trüb und kalt. Nach Angaben von MeteoSchweiz erlebten wir den kältesten Frühling seit über 30 Jahren.

Weitere Artikel zu «Seetal-Lindenberg», die sie interessieren könnten

Der FC Sarmenstorf braucht einen Kunstrasenplatz und lädt zum Ländlerobig ein.Foto: rfb
Seetal-Lindenberg28.10.2026

Urchige Musik für einen guten Zweck

Sarmenstorf Am Freitag, 13. November, veranstaltet der FC Sarmenstorf erstmals einen Ländlerobig in der Mehrzweckhalle.
Geeignet als Schulraum – leider in der falschen Zone: Das Seetalschulhaus in Seon.Foto: Rinaldo Feusi
Seetal-Lindenberg28.10.2026

Seon will über 10 Millionen Franken investieren

Seon Ein neues Schulhaus, mehr Personal und die Frage nach den künftigen Kosten: Am Politapéro in Seon stellte der Gemeinderat seine Pläne vor.
Der Seener Männerstamm besuchte die Firma Stöckli in Malters.Foto: zvg
Seetal-Lindenberg28.10.2026

Seener Männerstamm besucht den Skihersteller Stöckli

Seon Der Seener Männerstamm hat die Skifabrik Stöckli in Malters besucht. Die Senioren erfuhren, wie jährlich 80 000 Paar Ski entstehen und weshalb Handarbeit…