Grosse Ehre für junge Filmemacherin

Meisterschwanden Der Animationsfilm «Sweet Nothing» der in Meisterschwanden aufgewachsenen Joana Fischer wird diesen Monat am renommierten Sundance Film Festival in den USA und an den Solothurner Filmtagen gezeigt.

Landete grossen Erfolg: Die Meisterschwander Filmemacherin Joana Fischer. Foto: Alexander Studer

Landete grossen Erfolg: Die Meisterschwander Filmemacherin Joana Fischer. Foto: Alexander Studer

Rosa gerät in Ekstase: Standbild aus dem Animationsfilm «Sweet Nothing». Foto: zvg/hslu

Rosa gerät in Ekstase: Standbild aus dem Animationsfilm «Sweet Nothing». Foto: zvg/hslu

Die vierminütige Zeichentrick-Erotikkomödie realisierte die 28-jährige Joana Fischer zusammen mit ihrer Basler Studienkollegin Marie-Christine Kenov als Abschlussarbeit im Departement Animation an der Hochschule Luzern.

Dass «Sweet Nothing» für einen Preis in der Kategorie bester internationaler Kurzfilm am weltberühmten US-Filmfestival nominiert wurde und dort einem grossen internationalen Publikum gezeigt wird, bildet auch für die Hochschule Luzern eine Premiere.

Inspiration in einem Café

Zum Film inspiriert wurde Joana Fischer beim Besuch in einem Café, als sie einen Gärtner bei der Arbeit beobachtete. Da machte sie die ersten Skizzen und Zeichnungen.

Nach diesen erste Skizzen entstand zusammen mit ihrer Kollegin eine vierminütige Zeichentrick-Erotikkomödie. Der Inhalt in groben Zügen: Rosa, eine in ihrem Garten sonnenbadende Frau, fühlt sich durch den Lärm eines Rasenmähers in ihrer Ruhe gestört. Im Nachbargarten geht der Gärtner seiner Arbeit nach. Derweil gerät Rosa beim Anblick seiner zärtlichen Berührungen der Blumen zunehmend in Ekstase …

Nach der zeitintensiven Produktion freuen sich die zwei Absolventinnen der Hochschule Luzern nun über den Festivalerfolg des Kurzfilms, der dadurch ein breiteres Publikum findet und laut Joana Fischer hoffentlich dem einen oder anderen Zuschauer ein Schmunzeln entlockt.

Zeitgleich mit dem 38. Sundance Film Festival wird der Film «Sweet Nothing» ebenfalls an den 57. Solothurn Filmtagen zu sehen sein, wo die beiden Filmemacherinnen vor Ort anwesend sein werden.

Zukunft noch offen

Joana Fischers kreative Ader zeigte sich während ihrer Zeit an der Bezirksschule in Fahrwangen, wo sie von ihrer Zeichnungslehrerin in ein Förderprogramm aufgenommen wurde.

Im Gegensatz zu etlichen anderen Kunstschaffenden beklagt sich die junge Filmautorin nicht über fehlende Unterstützung hierzulande: «Ich finde die Fördermittel sind in der Schweiz – auch im Vergleich mit ausländischen Kolleginnen – sehr gut.» Der nun nominierte Kurzfilm wurde beispielsweise durch Swiss Films und das Kuratorium Aargau finanziell unterstützt.

Wie der weitere Weg von Joana Fischer und ihrer Kollegin aussieht, ist noch nicht klar. Neben der Realisation weiterer Filme, der Arbeit in der Werbebranche und anderen Projekten sind die Möglichkeiten zwar vielfältig, jedoch ist der Weg zur Selbstständigkeit noch etwas steinig.

Gut möglich, dass der Erfolg von «Sweet Nothing» die beiden Frauen einem weiteren Kreis bekannt machen wird, was ihnen sicherlich auf ihrem weiteren Berufsweg helfen könnte. Mit ihrem Einfallsreichtum, welchen die beiden Frauen haben, sind die Möglichkeiten gross. «Es sind Anfragen da», so Joana Fischer, «aber im Moment ist noch nichts konkret». (ASt/tf/lba)

Eckdaten

57. Solothurner Filmtage. 19. bis 26. Januar in Solothurn. – Mehr Infos unter www.solothurnerfilmtage.ch.

38. Sundance Film Festival. 20. bis 30. Januar in Park City, Utah, USA. – Mehr Infos unter: www.sundance.org.

Hochschule Luzern – Design & Kunst. Link: www.hslu.ch/de-ch/design-kunst/studium/bachelor/animation/

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