Gemeindeversammlung ohne Überraschungen

Seengen An der Gemeindeversammlung kam es zu keinen Überraschungen. Der langjährige Gemeindeschreiber Hans Schlatter wurde mit einem grossen Applaus und einer Laudatio des Ammanns Jörg Bruder verabschiedet.

Hans Schlatter mit seiner Frau Yvonne und Gemeindeammann Jörg Bruder.Foto: Rinaldo Feusi

Sieben Traktanden standen auf der Liste der Seengerinnen und Seenger für die Sommergmeind 2025. Zu reden gab nur eines davon. 133 Stimmberechtigte fanden sich zur Versammlung ein. Auch erschienen 17 der insgesamt 43 Jungbürgerinnen und Jungbürger.

Protokoll und Rechnung angenommen

Los ging es mit den Routine-Traktanden: Das Protokoll der letzten Einwohnergemeindeversammlung vom 15. November wurde genehmigt. Auch die Jahresrechnung fand ein grosses Mehr. Jedoch mit kleiner Sorge. Die Jahresrechnung 2024 schliesst mit einem Verlust von rund 746000 Franken ab. Geplant war ein deutlich kleineres Defizit von 105500 Franken. Hauptgründe für die negative Abweichung waren tiefere Steuereinnahmen – 515000 Franken weniger als budgetiert. Ebenfalls schlugen Mehrausgaben in der Verwaltung zu Buche. Diese fielen 349000 höher aus, als budgetiert. Ebenfalls stiegen die Ausgaben im Bereich Gesundheit und bei Veranstaltungen wie durch den «Donnschtig-Jass». Jörg Bruder sprach aber aus, was wohl alle im Saal dachten. «Zwar kostete es Geld. Aber es war ein schöner Anlass.»

Zwar konnten in der Bildung gewisse Einsparungen erzielt werden, diese reichten aber nicht aus, um den Gesamtverlust auszugleichen. Trotz des negativen Ergebnisses konnte die Gemeinde alle Investitionen von rund 3 Millionen Franken aus eigenen Mitteln finanzieren und ist weiterhin schuldenfrei gegenüber Dritten. 2023 waren es 9,4 Mio Franken, die investiert worden sind. Ebenfalls aus eigenen Mitteln. Insgesamt wurden in 2 Jahren also rund 12 Mio. Franken in die Gemeinde investiert. 1,5 Mio Franken zahlte die Gemeinde in den Finanzausgleich. Der Rechenschaftsbericht wurde genehmigt.

Kredit für Sanierungen und Bushaltestelle

Durch Traktandum 4 beantragte die Gemeinde einen Bruttokredit von 413000 Franken für ein kombiniertes Infrastrukturprojekt. Sanierungsbedürftig sind der Bachdurchlass «Äusserer Dorfbach», die Strassenkreuzung Brestenbergstrasse / Steinbrunnengasse sowie die Bushaltestelle «Rotes Haus», welche künftig barrierefrei gestaltet werden soll. Die AEW Energie AG nutzt das Bauvorhaben gleichzeitig zur Erneuerung ihres Netzes. Die Massnahmen dienen nicht nur der baulichen Instandsetzung, sondern auch der Verkehrssicherheit und der Inklusion. Das Traktandum wurde angenommen.

Neue Stelle an der Schule

Zu reden gaben die Pläne des Gemeinderates, eine neue 60-Prozent-Stelle an der Schule zu schaffen. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung im Bildungswesen schlug der Gemeinderat vor, eine neue Stelle für den technischen ICT-Support an der Schule Seengen zu schaffen. Bisher wurde der Support durch einen externen Anbieter abgedeckt, was jedoch den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt. Die neue Stelle soll direkt vor Ort für die Wartung und Betreuung der gesamten ICT-Infrastruktur verantwortlich sein und alle Anspruchsgruppen – Lehrpersonen, Schulleitung und Schülerinnen und Schüler – kompetent unterstützen. Die jährlichen Kosten werden auf rund 72000 Franken geschätzt. Aus der Bevölkerung traten zwei Wort-halter. Einer sprach sich für die Vorlage aus, da die Stossrichtung die richtige sei, um sich für die Zukunft zu wappnen. Ein anderer sah das Problem, dass 60 Prozent nicht genügen würden. Die Vorlage wurde aber mit grosser Mehrheit angenommen. Das sechste Traktandum war die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts für eine Familie. Alle Stimmberechtigten sprachen sich für die Familie aus und begrüssten die beiden Elternteile und ihre Tochter mit grossem Applaus.

Verabschiedung von Hans Schlatter

Der Gemeindeschreiber Hans Schlatter wurde unter dem siebten Traktandum verabschiedet. Nach 34 Jahren, 130 Gemeindeversammlungen, 1156 Gemeinderatssitzungen und 18147 behandelten Geschäften. Hans Schlatter und seine Frau Yvonne erhielten einen Gutschein seines Töffhändlers und einen von einem Reiseveranstalter.

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