Frühe Ernte und hohe Qualität – das Weingut Lindenmann ist zufrieden mit der Lese

Seengen Vor knapp einem Monat konnte das Weingut von Christina und Thomas Lindenmann in Seengen die letzten Trauben ernten. Inzwischen läuft die Produktion für den Jahrgang 2026. Thomas Lindenmann stellt hier den Betrieb ein wenig näher vor.

Der Barriquekeller im Weingut.Foto: VSc

Der Barriquekeller im Weingut.Foto: VSc

Einblick in die Produktion.Foto: VSc

Einblick in die Produktion.Foto: VSc

Die Trauben kurz vor der Ernte.Foto: VSc

Die Trauben kurz vor der Ernte.Foto: VSc

Thomas Lindenmann im Barriquekeller: Hier passiert der Zauber.Foto: Verena Schmidtke

Thomas Lindenmann im Barriquekeller: Hier passiert der Zauber.Foto: Verena Schmidtke

Es ist Mitte Oktober, der erste Herbstnebel liegt über dem Hallwilersee und hat die Reben des Weinguts Lindenmann eingehüllt. Vor wenigen Wochen war hier einiges los, die Traubenernte war in vollem Gang. Während der Rebberg ruht, läuft auf dem Weingut die Arbeit hochtourig weiter – der erste Roséwein wird abgefüllt. Ausserdem bereitet sich der Betrieb auf Termine wie den Herbstmärt im Ort vor.

Thomas Lindenmann blickt auf ein gutes Weinjahr zurück: «Nach der Ernte können wir sagen, dass die Qualität der Trauben top ist.» Das läge an den hohen Temperaturen und den geringen Niederschlägen. Allerdings sei die Erntemenge dadurch nicht ganz so hoch – weniger Trauben seien gewachsen. «Reben sind recht trockentolerant», sagt er zu den Auswirkungen der Hitze, «dennoch haben wir an einigen Stellen gesehen, wie ausgedörrt der Boden ist.» Ebenso hätten junge Reben mit weniger ausgeprägten Wurzeln durch die Wetterbedingungen etwas gelitten. «Positiv ist, dass wir von Wetterkapriolen wie Hagel verschont geblieben sind», merkt der Weinbauer an. So hätten die Früchte sehr gleichmässig reifen können, und es habe keine Ernsteverluste gegeben.

Vielfältige Arbeit rund um den Wein

Neun Hektaren bewirtschaftet die Familie Lindenmann. «Wir haben hier am Hallwilersee mit den Hängen wirklich eine Toplage», sagt Thomas Lindenmann. Der Betrieb befinde sich nun in der dritten Generation im Familienbesitz: «Früher war er aufgeteilt zwischen Landwirtschaft und Weinbau. Ende der 1980er spezialisierte sich der Betrieb auf den Weinbau.» Auf der Fläche baut die Familie zehn bis zwölf Traubensorten an. Einfach einmal eine Sorte auszuwechseln, funktioniere nicht. «Bis neue Reben tragen, dauert es eine Weile», so Thomas Lindenmann, «deswegen muss man den Anbau mit einem gewissen Weitblick betreiben.» Möglich sei aber eine Assemblage der Sorten und dabei eventuell Neues auszuprobieren. «Ein wenig mit den Sorten spielen», bezeichnet es der Weinbauer mit einem Schmunzeln. Daraus ergeben sich oft sehr interessante Cuvées. «Ebenso gibt es unterschiedliche Möglichkeiten bei der Kelterung – es ist immer wieder spannend und macht unsere Arbeit so abwechslungsreich.» Dabei spielen Klima und Lage eine Rolle. Im Blick hat die Familie ebenfalls die Biodiversität. Erst vor wenigen Monaten entstand am Fusse des Rebbergs am Seeweg eine Hecke aus Schweizer Gehölzen und Weinbergpfirsichen. «Ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Tiere.»

Um zu sehen, wo das Weingut mit seiner Weinauswahl steht, nimmt der Familienbetrieb immer wieder an Wettbewerben teil. Im Juni gab es für das Weingut die Goldauszeichnung an der Mondial des Pinots 26 Sierre Switzerland für den Pinot noir Barrique 2023. «Darüber freuen wir uns sehr», sagt Lindenmann und ergänzt: «Solche Wettbewerbe sind zudem eine hilfreiche Standortbestimmung.» Ausserdem lohne es sich, die Auswertungen über einen Zeitraum zu betrachten, um daraus wertvolle Schlüsse zu ziehen. «Dabei erhalten wir Ideen für die Kelterung.» Hinzu komme, dass die Kunden durchaus Interesse an den prämierten Weinen hätten. Im Sortiment hat das Weingut neun Weissweine, neun Rote und einen Rosé. «Damit sind wir für ein Weingut unserer Grösse breit aufgestellt», merkt Lindenmann an. Vieles laufe über den Ladenverkauf, hinzu komme die Gastronomie.

Im Jahr hat das Weingut Lindenmann zwei feste Termine für Degustationen: «Einmal Anfang Mai und mehrere Tage im Dezember kurz nach dem Christchindli-Märt. Dann gibt es auch feine Treberwürste.» Ansonsten gebe es über das Jahr verteilt einige Degustationstermine, zudem seien auf Anfrage Gruppenführungen möglich. «Schön ist ebenfalls, wenn neben unseren Stammkunden jüngere Leute zum Probieren kommen und Interesse am Wein mitbringen», sagt Thomas Lindenmann. Der Familienbetrieb selbst ist gut für die Zukunft aufgestellt: «Unser Sohn Marco hat soeben seine Winzerausbildung abgeschlossen.»

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