Ein Secondhand-Laden für Seon
Seon Am 15. Februar eröffnet ein neues Secondhand-Geschäft im Seetal. Mit «nina’s secondhand» erfüllt sich Nina Blatter einen lang gehegten Wunsch und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen Fast Fashion.

Ich habe einfach gerne schöne Dinge um mich», sagt Nina Blatter und lacht. Die 55-Jährige sitzt in ihrem neuen Ladengeschäft mit einer grasgrünen Front. Entlang den Wänden an Kleiderstangen hängen gepunktete Blusen, Röcke in verschiedenen Längen und auch ein schwarzes elegantes Kleid. Nun fehlt nur noch die Schrift am Eingang, aber sonst ist Blatter bereit – am 15. Februar eröffnet «ninas secondhand» in Seon.
«Ich wollte schon immer einen Secondhand-Laden haben», erklärt Blatter. Seit ihrer Jugend ist sie in Secondhands und Brockis unterwegs. «Die Suche nach neuen Schätzen war für mich immer schon ein wenig wie eine Jagd.» Anders als in Kleidergeschäften wisse man in Secondhands und Brockis nie, was man finde oder ob die passende Grösse vorhanden ist. «Die Freude, wenn man dann ein passendes Teil findet, das den Wow-Effekt hat, ist jedes Mal gross», sagt sie. Solch einen Wow-Effekt wünscht sich die Seonerin auch für ihre Kundschaft. Dass es gerade das Geschäft in Seon geworden ist, ist ein Zufall. «Das Ladenlokal hier hat mir schon immer gefallen. Letztes Jahr lief ich daran vorbei und sah, dass es leer steht, also kontaktierte ich den Besitzer.» Blatter war die Erste, die sich für den noch nicht inserierten Laden interessierte, und erhielt den Zuschlag. In ihrem neuen Geschäft nimmt sie derzeit vor allem Damenkleidung an, schliesst aber auch ein Herrensortiment nicht aus. «Je nachdem, wie die Nachfrage ist», sagt Blatter.
Ware kommt zehn Wochen in den Verkauf
Doch wie läuft die Abgabe der Kleider ab? «Wer etwas abgeben möchte, kann gerne telefonisch oder per Mail einen Termin mit mir ausmachen», erklärt sie. Vor Ort prüft sie, welche Kleidung für sie in Frage kommt und welche nicht. «Ich möchte vor allem hochwertige Kleidung verkaufen. Marken wie Shein, Temu oder New Yorker nehme ich nicht an.» Ist die Kleidung gepflegt und für den Verkauf geeignet, nimmt Blatter sie für zehn Wochen auf Kommission. Wird die Ware verkauft, gibt es eine Barauszahlung. Ist dies nicht der Fall, gibt Blatter die Kleidung auf Wunsch zurück oder spendet sie an karitative Zwecke. «Mir ist es wichtig, dass es einen Kreislauf gibt», erklärt sie. Heutzutage werde zu viel Fast Fashion gekauft und schnell auch wieder weggeworfen. «Ich wünsche mir wieder mehr Wertschätzung für Kleidung. Die Abfallberge, die wegen schnelllebiger Trends verursacht werden, sind riesig und die Lage wird nicht besser.»
Eben dem möchte die gebürtige Ostschweizerin entgegenwirken. Mit einem Ort, an dem nicht nur Kleidung gekauft wird, sondern auch Zeit für einen Kaffee und einen Schwatz mit der Besitzerin ist. Aus diesem Grund hat Blatter einen grossen alten Holztisch aus der Brocki ausgeliehen, in der sie aushilft. «Ich möchte nicht, dass es einen Druck gibt, jedes Mal etwas kaufen zu müssen», erklärt sie. Geöffnet ist «ninas secondhand» vorläufig jeweils am Donnerstag und Freitag von 14 Uhr bis 18.30 Uhr, ausserdem an jedem letzten Samstag im Monat von 10 Uhr bis 15 Uhr.



