20 Jahre Gospelchor Seon «Gospel-on»: Eine musikalische Zeitreise
Seon In Muhen und in Seon fanden die Konzerte von «Gospel-on» statt. Der Chor nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise durch zwei Jahrzehnte der Musikgeschichte.
Schon beim Eintreten war zu spüren: Dieser Abend wollte nicht bloss gehört, sondern erlebt werden. Das 1. Konzert am Sonntag, 11. Januar – immer Premiere-Konzert genannt –, fand in Muhen bei nicht ganz voll besetzter Kirche statt, was vermutlich am schneereichen und kalten Wetter lag. Am Samstag, 17., und Sonntag, 18. Januar, in Seon war die Kirche immer voll besetzt (Heimspiel).
Die Konzertbesuchenden füllten den Raum erwartungsvoll, offen – und sehr bald mittendrin. Der Gospelchor Seon «Gospel-on» nahm sein Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise durch 20 Jahre Chorgeschichte, liebevoll verpackt im Motto «Gospel-Jukebox».
Rahel Fritschi moderierte durch den Abend
Mit Hilfe einer symbolischen Jukebox führte Moderatorin Rahel Fritschi mit viel Charme und feinem Gespür durch den Abend. Ihre kurzen, lebendigen Übergänge verbanden die einzelnen Programmpunkte und bezogen das Publikum immer wieder ein – ohne der Musik den Raum zu nehmen. Von Beginn an entstand eine lebendige Wechselwirkung zwischen Chor und Publikum. Immer wieder wurde mitgesungen, mitgeklatscht und mitgelächelt. Diese Offenheit wirkte befreiend – auch für die rund 30 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne. Nicht nur die Melodien sprangen über, sondern ebenso die frohmachenden Texte. Sie spiegelten sich sichtbar in den Gesichtern der Singenden wider und verliehen dem Konzert eine ansteckende Wirkung.
Eine Reise vom Ursprung zu den Klassikern
Das abwechslungsreiche Programm spannte einen weiten musikalischen Bogen: von den afrikanischen Wurzeln mit «Amezaliwa» über kraftvolle Gospelklassiker wie «Joshua fought the battle of Jericho» bis hin zu ruhigen, getragenen Momenten in «Shepherd me, o God» oder «Meine Zeit steht in deinen Händen». Bekannte Gospelsongs, verschiedene Sprachen und Stimmungen verbanden sich zu einem stimmigen Ganzen.
Prägend für diesen musikalischen Zusammenhalt war die Leitung des Chors durch Slava Kästli und Carmen Wessbecher, denen es gelang, musikalische Präzision mit spürbarer Freude am gemeinsamen Singen zu verbinden. Getragen wurde der Chor von einer versierten Band, die dem Gesamtklang Tiefe und Schwung verlieh. Die Technik unterstützte das Ganze noch obendrein.
Namhafte Personen der Chorgeschichte
An der Dernière war der Gründer des Gospelchors, Pfarrer Jürg von Niederhäusern, anwesend. Er richtete einige Grussworte samt Erinnerungen an die Sängerinnen und Sängern und ans Publikum. Ebenfalls anwesend war Roland Baur, der Nachfolger von Jürg von Niederhäusern, der den Chor ein Jahr lang dirigierte.
So steuerte das Konzert auf einen Schluss zu, der noch einmal alles bündelte: Gemeinschaft, Emotion und musikalische Strahlkraft. Spätestens beim gemeinsamen Finale mit «We are the world» war spürbar, dass dieser Abend mehr war als ein Konzert – er war ein geteiltes Erlebnis. Ein Konzert, das noch lange nachklingt – im Ohr, im Herzen und im gemeinsamen «Keep on singing». Herzlich wurde anschliessend zu einem Apéro eingeladen, was rege benutzt wurde. (pd/rfb)



