Ein bunter Farbtupfer an einem grauen Oktoberwochenende: Die Mosttage
Seengen Im Oktober ist der Besuch der Mosttage auf Schloss Hallwyl im Seetal für viele längst eine lieb gewordene Tradition. Der Anlass ist eine Kooperation von Museum Aargau mit der Stiftung Kultur-Landschaft Aare-Seetal.
Im Schlosshof gruppieren sich die verschiedenen Ausstellerinnen und Aussteller – allein wegen der Vielfalt lohnt es sich, mehr als nur einmal die Stände in Augenschein zu nehmen. Als warmer Farbtupfer fällt unter anderem der Obststand Oberfeld aus Ballwil mit seinen Apfelaufstellern auf: Darauf sind sämtliche Sorten vorgestellt, lecker und lehrreich in einem. Auch am Stand der Historischen Vereinigung Seetal geht es lebhaft zu. Hier werden verschiedene Sirupsorten angeboten, dazu gibt es am Stand wohltuende Kräutersalben aus eigener Werkstatt.
Zwei neue Stände sind dabei
In diesem Jahr ist die Vereinigung zum ersten Mal an den Mosttagen vertreten. Präsident Daniel Humbel freut sich über die positive Resonanz der Besuchenden. «Unser Team ist begeistert dabei», berichtet er, «hier am Markt bringen wir den Leuten gern näher, was wir alles machen.» Gerade ist er dabei, einige Jahresschriften an einem Stand auszulegen. «Ausserdem zeigt Naz Keller anschaulich, wie früher Wolle verarbeitet wurde», stellt er eine der Mitwirkenden vor. Die vielen Interessierten zeigen, dass das Konzept aufgeht.
Ebenfalls neu im Schlosshof dabei ist der Fischerverein Seetal. Michael Bohler und Livio Cathomas haben mit Heinz Weber nicht nur verlockende Fischknusperli im Sortiment, sondern ebenso weitere Fische im Angebot. Ein grosses Plakat zeigt die Fischvielfalt in Aargauer Gewässern. Zudem stehen sie für Fragen zur Verfügung, wie es um den Fisch im Hallwilersee bestellt ist. «Im See geht es an sich noch», sagt Bohler, «sehr schwierig ist es nach der Hitze um die Bäche und Flüsse bestellt.» Sie freuen sich, nun an den Mosttagen dabei zu sein: «Die Besucherinnen und Besucher sind sehr an Regionalität interessiert, und die haben wir.»
Weiter geht es in der Runde um den Schlosshof. Was wären die Mosttage ohne Most? Und so präsentiert nun Roman Wasser vom Haldenhof einem grossen Publikum, wie aus Äpfeln Saft gepresst wird. Ihm zur Seite stehen die jungen Helfenden der Jugendriege Seengen – nur an die grosse Wanne, in der das Obst gewaschen wird, möchte kaum jemand. «Zu kalt», lautet das einhellige Urteil. Roman Wasser übernimmt diesen Part lachend, und schnell ist die nächste Ladung für die Presse parat. Zur diesjährigen Ernte kann er sagen: «Weil es so heiss war, fällt sie geringer aus, die Äpfel sind dafür aber sehr süss.» Für den Anlass seien 2400 Kilogramm Obst zum Entsaften vorgesehen. Jede Menge Most, den die Mitglieder der Jugendriege engagiert verkaufen. Am Stand der Hochstamm-Freunde dürfen die Kleinen an einer kleineren Presse selbst Äpfel pressen. Mitmachen können Kinder und Erwachsene ebenfalls am Naturparcours. Dieser wird von Mitgliedern des Landschaftsschutzverbands Hallwilersee angeboten und am Herbstmarkt tatkräftig unterstützt: Neben Fragen zum Geschehen an den Mosttagen erhalten die Teilnehmenden einen Webrahmen, in den sie Naturmaterialien flechten können.
Gabi Lauper, Präsidentin der Stiftung Kultur-Landschaft Aare-Seetal, weist sehr gern auf diese Aktionen hin. «Es ist gerade für Kinder spannend, den Prozess vom Apfel zum Most kennenzulernen», sagt sie und ergänzt: «Obwohl das Wetter am Samstag nicht so gut war, war hier einiges los.» Die vielen interessierten Besuchenden vor den Mostpressen unterstreichen das deutlich. Zwar fehlt an diesem Oktoberwochenende der Sonnenschein, doch die vielfältigen Stände an den Mosttagen geben ein buntes Bild ab.











