Ein Buch, das Mut macht

Seengen Ein Skiunfall mit 28 Jahren veränderte das Leben von Beatrice Widmer grundlegend. «Meine endlose Knieodyssee» heisst das Buch, das sie über ihre Erfahrungen geschrieben hat.

Hallwilersee als Kraftquelle: Beatrice Widmer mit ihrem Buch «Meine endlose Knieodyssee» im Seenger Frauenbad. Foto: Fritz Thut

Hallwilersee als Kraftquelle: Beatrice Widmer mit ihrem Buch «Meine endlose Knieodyssee» im Seenger Frauenbad. Foto: Fritz Thut

«Meine endlose Knieodyssee» von Beatrice Widmer. Hardcover, 173  Seiten, reich illustriert. Bezug via www.spiegelberg-verlag.com oder direkt per Mail bei widmer.b@gmx.ch.

«Meine endlose Knieodyssee» von Beatrice Widmer. Hardcover, 173 Seiten, reich illustriert. Bezug via www.spiegelberg-verlag.com oder direkt per Mail bei widmer.b@gmx.ch.

Auf der Bettmeralp wars. Beatrice Widmer wollte ihre Kinder ans Skifahren heranführen. Und baute «im jugendlichen Leichtsinn» selbst einen Unfall. Der erste Arzt, der sich das verletzte Knie ansah, sprach von Meniskus und entschied «Nicht operieren!».

«Ich will wieder aufs Velo»

Im Unterland tönte es anders. Knie gebrochen, ab auf den Operationstisch. «Seither bin ich immer mit Schmerzen unterwegs», blickt Widmer auf eine lange Leidenszeit zurück. Untersuchungen, Operationen, Rehas, Therapien reihten sich in bunter Folge. Offensichtlich waren auch falsche Behandlungen und Kunstfehler darunter.

Trotz diesen Rückschlägen gab Beatrice Widmer nie auf. Mal im Rollstuhl, mal mit Krücken unterwegs, verfolgte sie als Bewegungsmensch immer ein Ziel: «Ich will wieder aufs Velo.»

Das Knie wurde durch die zahlreichen (Fehl-)Behandlungen spröde oder ist, wie es die Betroffene selbst beschreibt, «zusammengebrochen». Um eine Prothese einsetzen zu können, musste Knochen «aufgepflastert» werden. 32 Jahre nach dem Unfall war es so weit: «Endlich hatte ich einen Professor gefunden, der gesagt hat ‹Ich mache es›», so Widmer.

Hallwilersee als Kraftquelle

2013 folgte ein letzter Eingriff, um Vernarbungen zu entfernen und danach eine Reha in Rheinfelden. «Das Beste, was mit passieren konnte, da habe ich wieder Energie gewonnen», sagt Widmer im Gespräch im Seenger Frauenbad, wo sie regelmässig – auch jetzt bei kühleren Wassertemperaturen – schwimmen geht: «Der Hallwilersee ist meine Kraftquelle.»

Beatrice Widmer hat zwar immer noch grosse Schmerzen, speziell bei Vollmond. Als weitere Therapie hat sie inzwischen auf Anregung des Hausarztes ihre Leidensgeschichte zwischen zwei Buchdeckeln festgehalten: «Zuerst war ich skeptisch, aber ich will den Leuten mit meinem Buch Mut machen.»

Exakt zum 70. Geburtstag hielt sie das «Baby» erstmals in den Händen. Die Reaktionen der Leser schaffen Gewissheit, dass das Ziel erreicht wurde. «Ich durfte viel Schönes und Berührendes erleben. Die Leute hörten mich ja vorher nie klagen.» Inzwischen ist bereits die zweite Auflage gedruckt.

«Meine endlose Knieodyssee». Von Beatrice Widmer. Hardcover, 173  Seiten, reich illustriert. Bezug via www.spiegelberg-verlag.com oder direkt per Mail bei widmer.b@gmx.ch.

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