Egliswiler Jugendliche haben auf der Igelstation viel gelernt

Seon Am letzten Samstag führte der Natur- und Vogelschutzverein Egliswil einen Jugendgruppenanlass durch, der den Besuch der Satis-Igelstation in Seon ermöglichte.

Stachelig: Igel aus der Box. Foto: Andreas Walker

Stachelig: Igel aus der Box. Foto: Andreas Walker

Jugendliche nah dabei: Behandlung eines kranken Igels in der Satis-Igelstation. Foto: Andreas Walker

Jugendliche nah dabei: Behandlung eines kranken Igels in der Satis-Igelstation. Foto: Andreas Walker

Die Igelstation bei der Stiftung Satis hat im September 2019 den Betrieb aufgenommen. 40 Boxen und 7 Aussengehege können im Notfall für verletzte oder kranke Igel ein vorübergehendes Zuhause sein, bis sie genesen sind und wieder ausgewildert werden können.

Die Stiftung Satis in Seon, die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einen passenden Lebensraum bietet, bindet ihre Klienten in die Arbeiten der Igelstation ein.

Demonstration der Igelpflege

Die Besichtigung der Igelstation fand in zwei Teilen mit zwei Gruppen statt. Im ersten Teil gab Natalie Lubitz, Teamleitung Igelhilfe, einen Einblick in die Arbeiten auf der Igelstation. Die zahlreichen Boxen sind zurzeit nur noch von wenigen Igeln bewohnt, denn die Spitzenmonate für Einlieferungen der stachligen Patienten sind die Hochsommermonate Juli und August – die Zeit, während der sich die Igel hauptsächlich fortpflanzen.

Gebracht werden zum Beispiel verletzte oder kranke Igel oder auch Igelbabys, deren Mutter ums Leben gekommen ist. Natalie Lubitz demonstrierte, wie ein kranker Igel gewogen und gepflegt wird, während die Besucher der Jugendgruppe aufmerksam das Geschehen beobachteten.

Quiz und Tipps rund um den Igel

Im zweiten Teil wurde die Jugendgruppe von Julia Gebhard vom Natur- und Vogelschutzverein Egliswil ausführlich informiert. Sie arbeitet als freiwillige Helferin auf der Igelstation und eröffnete den Informationsteil mit einem Quiz. Bei der Auflösung der gestellten Fragen kamen zum Teil erstaunliche Tatsachen zum Vorschein, die der gängig verbreiteten Meinung über Igel definitiv widersprechen. So etwa die Mär, dass Igel sehr gerne Milch trinken. Igel leiden unter einer Laktoseintoleranz und können den Milchzucker nicht verdauen.

Deshalb verursacht Milch nicht nur Verdauungsstörungen, sondern kann Igel sogar krank machen. Auch die Meinung, dass Igel Schnecken als Hauptnahrung bevorzugen, ist schlichtweg falsch. Zwar essen sie diese Tiere, wenn zu wenig Insekten als Nahrung vorhanden sind. Da Schnecken jedoch häufig Parasiten enthalten, können auch die Igel davon krank werden.

Weitere wichtige Informationen waren etwa, dass Mähroboter vielfach die Igel verletzen, deshalb sollten sie vor dem Abend ausgeschaltet werden. Igel sind nachtaktive Tiere und durchstreifen im Schutz der Dunkelheit die Gärten. Sie sehen äusserst schlecht, dafür sind ihr Geruchs- und ihr Gehörsinn extrem gut ausgebildet. Dies ermöglicht ihnen, ihre Beute aufzuspüren, die vor allem aus Insekten besteht.

Igel sind reviertreu, deshalb sollte man sie nicht ohne Grund an einen anderen Ort bringen. Müssen sie infolge Verletzung oder Krankheit gesund gepflegt werden, sollten sie unbedingt wieder am Fundort ausgewildert werden. Zwischen den beiden Blöcken erfolgte eine Znünipause, bei der Brötchen in Igelform offeriert wurden.

Weitere Informationen zur Igelstation im Internet unter ­www.satis-seon.ch/Igelhilfe.

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