Das bestgehütete Geheimnis im Dorf: Wer erhält die Goldigi Soiblootere?

Sarmenstorf In Sarmenstorf erhalten besonders engagierte und leidenschaftliche Fasnächtler mitunter eine ganz spezielle Auszeichnung: die Goldigi Soiblootere. In diesem Jahr durfte sich Marc Erni über die dezent duftende Auszeichnung freuen. «Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet», erklärte er total überrascht an der Übergabe

Bei der Vergabe der Soiblootere: Lieni Niederer, Balz Saxer, Pius Wey, Martin Joller, Peter Thurnherr, Hans Melliger, Sandra Joho, Marc Erni, Remo Eppisser und Remo Stettler. Foto: Verena Schmidtke
Bei der Vergabe der Soiblootere: Lieni Niederer, Balz Saxer, Pius Wey, Martin Joller, Peter Thurnherr, Hans Melliger, Sandra Joho, Marc Erni, Remo Eppisser und Remo Stettler. Foto: Verena Schmidtke

Am Treffpunkt legten die Mitglieder der Goldige Soiblootere noch fix die beste Route zum Geehrten fest. «Wir wollen ja nicht, dass wir gleich gesehen werden», merkte Balz Saxer an. Schön drapiert auf einem Karton lagen sie bereit, die vergoldeten Schweinsblasen. Nach wenigen Metern stellte Saxer fest: «O nein, wir haben das Plakat nicht dabei, das liegt noch bei mir.» Schnell entschlossen fuhr Mäni Baur mit Balz Saxer los, um das fehlende Utensil abzuholen. Hans Melliger schmunzelnd dazu: «Ohne das Plakat fehlt einfach etwas, das geht nicht.» Kurz darauf ging es weiter, leise lachend versammelten sich die bisherigen Preisträger vor der Tür und klopften an.

Vermutlich gehört es in Sarmenstorf zu den bestgehüteten Fasnachtsgeheimnissen, wer mit den vergoldeten Schweinsblasen geehrt wird. Vormalige Preistragende zählen mit zur Goldige-Soiblootere-Academy, wie Balz Saxer und Hans Melliger erklären. Die beiden sind die Urheber des Preises, welcher inzwischen längst als dörfliche Fasnachtstradition gilt. Entstanden sei die Idee zur Auszeichnung aus dem Fasnachtskalender heraus – mit diesem werden die Dorfbewohner seit nunmehr elf Jahren zum Geschehen rund um die Fasnacht bestens informiert. Erster Preisträger war der inzwischen verstorbene Schnyderli Toni. Seine bunten gestrickten Mützen werden von den Ausgezeichneten mit Stolz in liebevoller Erinnerung getragen.

Geheimniskrämerei

Am Ort des Geschehens öffnete sich die Tür, Marc Erni begrüsste sichtlich erstaunt die gut gelaunte Gruppe – lachend überreichte Balz Saxer ihm den Strauss Goldige Soiblootere. Passend zum Thema befand sich Erni gerade mit Kollegen und Kolleginnen beim Wagenbau für die Fasnacht. Mit dabei auch Sandra Joho, ebenfalls zugehörig zur Soiblootere. Ein ziemlich geschickter Schachzug, damit Erni keinen Verdacht schöpfen konnte. Auch eingeweiht war Ernis Ehefrau Claudia – sie hatte unter einem Vorwand feines Chili con Carne für die Überraschungsgäste gekocht.

Bevor es zum gemütlichen Teil der Vergabe überging, hatte Hans Melliger noch eine schöne Laudatio auf Marc Erni vorbereitet. Schon seit vielen Jahren habe Erni auf dem Zettel gestanden. «Völlig zu Recht, wie wir meinen», unterstrich Melliger, «denn Marc verschönert schon seit Langem alles, was ihm zwischen die Finger gerät, und da gehört die Fasnacht auch dazu.»

Aus Waldhäusern stammend, wohne Marc mit Ehefrau Claudia und den Kindern Siro und Rahel in Sarmenstorf. Der Laudator befand, das sei der einzig richtige Entscheid gewesen, schliesslich werde Marc in Sarmi gebraucht, etwa bei der Feuerwehr und im Turnverein. Doch damit nicht genug. «Er hat so viele Hobbys, dass es dem Terminkalender schwindelig wird», erläuterte Melliger lachend. An Ehrenämtern mangele es Marc Erni ebenfalls nicht. Hinzu kämen die Fasnachtsaktivitäten: «Legendär seine Nummer als AC/DC-Gitarrist Angus Young oder ewigen Skispringer Simi Ammann.» Zudem sei er nicht nur eine mittreibende Kraft der Zelglitruppe. «Das Beizenlaufen mit den Schmudofreunden hat grosse Tradition», ergänzte der Laudator und sagte abschliessend: «Ja, lieber Marc, herzlichen Dank für deine spezielle verschmitzt-humorvolle Art, deine kollegialen und kreativen Einsätze an allen Fronten und dein kreatives Wirken.»

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