Durchstarten mit fabelhaftem Eistee

Kanti-Firma Gemeinsam mit fünf Kollegen produziert Eljane Wälli aus Lenzburg einen Eistee, der neue Geschmackserlebnisse verspricht. Mit «mighTea» möchte das Miniunternehmen der Alten Kantonsschule Aarau den hiesigen Getränkemarkt aufmischen.

Die Gesichter hinter «mighTea»: Hinten Raffael Consoni, Nils Dörr und Lukas Hauri; vorne Anouk Bacchi, Jasmine Pauli und Eljane Wälli. Foto: Romi Schmid

Die Gesichter hinter «mighTea»: Hinten Raffael Consoni, Nils Dörr und Lukas Hauri; vorne Anouk Bacchi, Jasmine Pauli und Eljane Wälli. Foto: Romi Schmid

Zwei Geschmacksrichtungen: «mighTea» mit Guave-Traube-Grapefruit und Ginko-Ingwer. Foto: Romi Schmid

Zwei Geschmacksrichtungen: «mighTea» mit Guave-Traube-Grapefruit und Ginko-Ingwer. Foto: Romi Schmid

Stolz blicken die sechs Kantischüler auf die Glasflaschen zwischen ihnen. Hinter ihrem Produkt liegen Monate harter Arbeit und viel investierte Freizeit. Die Jungunternehmer Nils Dörr (19, Herznach), Eljane Wälli (18, Lenzburg), Raffael Consoni (19, Gipf-Oberfrick), Lukas Hauri (18, Seon), Jasmine Pauli (18, Rupperswil) und Anouk Bacchi (18, Beinwil am See) sind alle Schüler der zwölften Klasse an der Alten Kantonsschule Aarau.

Gemeinsam mit der Nonprofit-Organisation Yes (Young Enterprise Switzerland) haben sie im Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht die Möglichkeit erhalten, die graue Theorie zur Seite zu legen und ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen. «Schweizweit nehmen 45 Schulen mit 178 Miniunternehmen am Yes-Company-Programm teil. Die Schüler gründen während eines Schuljahres ein Miniunternehmen und sammeln Erfahrung als Unternehmer», sagt Elena Dalla Valle von Yes.

Die sechs Schüler mussten sich auf eine Idee festsetzen, ein Startkapital organisieren und sich auf die Verwirklichung ihrer Idee konzentrieren. Entstanden ist «mighTea», ein veganer und lokal produzierter Eistee. «Der Name ist ein Wortspiel», sagt CEO Nils Dörr und erklärt: «Wer unseren Eistee (tea) trinkt, soll eine Geschmacksexplosion erleben und sich fabelhaft (mighty) fühlen».

Kein 08/15-Eistee

Den Eistee, den es bisher in den Geschmacksrichtungen Guave-Traube-Grapefruit und Ginko-Ingwer gibt, brühen die Schüler in ihren eigenen Küchen. Wochenlang experimentierten die angehenden Studenten an der Rezeptur. Unterstützt wurden sie dabei von Lebensmitteltechnologen der Ramseier Suisse AG. «Nach unzähligen Kochversuchen haben wir eine Rezeptur entwickelt, die vom Geschmack her unverkennbar ist. Wir wollten keinen 08/15-Eistee», sagt Dörr. Bisher wurden rund 700 Flaschen à 33 Zentiliter hergestellt. Der Eistee, der einen natürlichen Geschmack ohne Konservierungsstoffe bietet und mit einem geringen Zuckergehalt auskommt, trifft den Zeitgeist: Seit dem Start im November wurden über 550 Flaschen im eigenen Webshop für Fr. 3.50 pro Flasche verkauft.

«Mit unserem Eistee wollten wir in Bars und Restaurants der Region Aarau und Lenzburg präsent sein. Coronabedingt war das bisher leider nicht möglich. Wir sind aber zuversichtlich, dass ‹mighTea› in naher Zukunft in ausgewählten Gastronomiebetrieben anzutreffen ist», sagt Dörr. Dann, so hoffen die Jungunternehmer, könnte das Geschäft nochmals Schwung aufnehmen. Ein erster Erfolg konnte bereits verzeichnet werden: «mighTea» hat es unter die besten 75 Yes-Unternehmen geschafft.

Ambitionierte Ziele

Im Sommer prämiert Yes das beste Miniunternehmen der Schweiz. Das Ziel von «mighTea»: mindestens in die Top 25 zu kommen. «Wir möchten es so weit wie möglich schaffen», sagt Eljane Wälli, die nebst der Organisation auch die rechte Hand des CEO ist.

Auf die Frage, ob «mighTea» auch nach der Alten Kanti bestehen wird, antwortet sie: «Im Normalfall werden die Projekte nach einem Jahr liquidiert. Wenn das Geschäft im Sommer aber gut läuft, können wir uns gut vorstellen, das Unternehmen weiterzuführen.»

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