Bunt eingestimmt, die Fasnacht kann kommen

Sarmenstorf Kaum ist in Sarmenstorf der Zunftmeister der Heuröpfel-Zunft erkoren worden, geht es weiter mit den närrischen Anlässen. Auf dem Schulhausplatz losten die Mitglieder der Goldigi Söiblootere am Samstag die Fasnachtsfahnen aus.

Jede einzelne Fahne wird den Anwesenden vorgestellt.Foto: Verena Schmidtke
Jede einzelne Fahne wird den Anwesenden vorgestellt.Foto: Verena Schmidtke

Schwungvoll entrollte Pius Wey die erste Fahne, ein kurzer Blick von Moderator Remo Stettler: «Wie passend, es ist eine der Heuröpfel-Gugger», rief er. Damit sie gut zu sehen waren, hatten die Veranstaltenden einen Anhänger als Bühne umfunktioniert. Als Fahnenfeen waren Sandra Joho und Balz Saxer am Werk, die der Fahne fix eine Nummer zuwiesen. Auf einer festgelegten Route durchs Dorf waren die Kandelaber mit Nummern versehen. Lieni Niederer erfasste alles sorgfältig auf einer Karte. Hingebungsvoll zelebriert Sarmenstorf die Fasnacht, und das schon einige Wochen vor dem Schmutzigen Donnerstag. Seit ein paar Jahren ist der Fahnenapéro, ins Leben gerufen von den Mitgliedern der Goldigi Söiblootere, ein fester Bestandteil davon. Zahlreiche Vereine, Fasnachtsgruppen sowie Gewerbe und Detailhandel beteiligen sich daran.

Farbenfroh und informativ

Schon vorweg hatte Remo Stettler augenzwinkernd deutlich gemacht, dass eventuell gezahlte Bestechungsgelder keinerlei Einfluss auf die zugelosten Nummern hätten – und erntete herzhafte Lacher dafür. Nicht wenige der Besucherinnen und Besucher waren passend zum Anlass bereits fasnächtlich gewandet. Auf dem Anhänger und davor ging es derweil munter weiter. Martin Joller und Peter Thurnherr zeigten sich zuständig für Auswahl und Weitergabe der Fahnen, welche sorgsam in einigen Holzkisten aufbewahrt wurden. Neben der Bühne sortierten Remo Eppisser und René Strebel die ausgelosten Fahnen fürs spätere Aufhängen. «In diesem Jahr haben wir 66 Fahnen», verkündete der Moderator nicht ohne Stolz, «es sind drei mehr als im Vorjahr.» Das gab einen Extra-Applaus. Und obwohl es zu Beginn hiess, die Präsentation möglichst kurz halten zu wollen, blieb doch genug Zeit, hier und da Erinnerungsfotos zu knipsen. Kurz gesagt – trotz winterlicher Temperaturen und kalter Füsse, die Stimmung war top. Und ganz nebenbei erfuhren die Besucherinnen und Besucher einige wichtige Fasnachtstermine. «Am 31. Januar gibt es in der Mehrzweckhalle wieder die legendäre Heuröpfelparty», informierte Stettler zu einer weiteren Fahne der Gugger. Zur Fasnachtsgesellschaft Variété erklärte er: «Sie organisieren jedes Jahr am Fasnachtssonntag das Scheesewagerönne – dafür wird sogar die Markstrasse gesperrt.» Wo welche temporären Beizen während der lustigen Tage zu finden sind, wussten die geneigten Zuhörenden nach der Vorstellung ebenfalls. Ein Geheimnis blieb allerdings noch, wer sich in diesem Jahr über die Goldigi Söiblootere freuen darf. Nachdem die letzte Fahne ihren Platz gefunden hatte, machten einige schnell ein Foto der Karte. Balz Saxer befand abschliessend: «Es ist schön, wenn man durchs Dorf fährt und überall die bunten Fahnen sieht.»

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