Bestens aufgelegt durch die Fasnacht – und mit Augenzwinkern top informiert

Sarmenstorf Aus der Sarmenstorfer Fasnacht sind sie mittlerweile nicht mehr wegzudenken – die Fasnachtsschreier. Gut gelaunt touren sie vom Schmutzigen Donnerstag bis am Fasnachtsmontag durchs Dorf und informieren über die Anlässe im Ort – und das nun schon seit zehn Jahren. Nie sind die Schreier um launige Kommentare zu den vielfältigen Attraktionen in Sarmenstorf verlegen.

In Sarmenstorf hielten die Fasnachtsschreier Einzug.Foto: Verena Schmidtke

In Sarmenstorf hielten die Fasnachtsschreier Einzug.Foto: Verena Schmidtke

An normalen Tagen Redakteurin, während der Fasnacht eine Katze: Verena Schmidtke unterzog sich dem Selbsttest bei den Schreiern.Foto: zvg

An normalen Tagen Redakteurin, während der Fasnacht eine Katze: Verena Schmidtke unterzog sich dem Selbsttest bei den Schreiern.Foto: zvg

Natürlich kenne ich den Wagen mit den Fasnachtsschreiern, sie sind ja kaum zu überhören. Da sie zudem an unserem Quartier vorbeifahren, habe ich den Wagen mit den vielen bunt verkleideten Personen schon oft gesehen. Zum 10-jährigen Bestehen fragte ich Remo, Präsi der Fasnachtsschreier, ob ich zwecks eines Artikels eventuell einmal mitfahren darf. «Klar, das ist eine tolle Idee», so seine Reaktion. Das Datum hatten wir schnell ausgemacht: Am SchmuDo um 8.30 Uhr sollte es losgehen.

Wertvoller Tipp: Warm anziehen und genug essen

Und dann war es so weit. Damit ich nicht auffiel, hatte ich mich ebenfalls verkleidet, als Katze – wobei sowohl die Mütze als auch die puscheligen Tatzenhandschuhe ideale Begleiter bei den niedrigen Temperaturen waren. Remos Worte «Es könnte kalt werden, besser, du ziehst dich warm an» hatte ich nicht vergessen. Schon bald war die bunte Gruppe versammelt, wir kletterten in den Wagen, der mit dem tollen Logo der Schreier unverkennbar ist.

Musik an, und los ging es. Grüsse gingen an die Schulkinder, welche gerade Pause hatten mit dem Programmhinweis: «Um 11 Uhr spielen die Gugge Hoppers auf dem Schulareal.» Sehr viel weiter kamen wir nicht, erster Stopp gleich um die Ecke: Die Pussy-Bar. Mittlerweile ist es Tradition: Die Truppe wird von verschiedenen Haushalten und Beizen eingeladen, hereinzuschauen. Vor der Bar stand noch die Wagenparade vom Sternenmarsch, beispielsweise bestehend aus einem Schwan, der Yellow Submarine und einem Naturschutzwagen. Ein deutlicher Beweis, wie kreativ die Sarmenstorfer Fasnächtler sind. «Pass gut auf, dass du unterwegs etwas isst», lautete ein weiterer wertvoller Tipp eines Eingeweihten. Man kommt nicht umhin, zumindest ab und an, mit anzustossen.

Nach der Wärme der Pussy-Bar ging es weiter. Die Schreier Remo, Peter und Marc wechselten sich ab. Eine lustige Challenge entstand, als Marc ein weiteres Mikrofon auspackte und zumindest kurzzeitig seinen Senf zu Peters dazugab. Inzwischen konnte sich die Dorfbevölkerung als bestens informiert betrachten. «Ein absolutes Highlight heute ist die Opus Night», rief Peter, «die Gugge feiert ihr 50-jähriges Bestehen.» Dazu durften Hinweise auf die Beizen sowie die eigens für die Fasnacht geöffneten Bars wie Zirkus Sarminelli, Smaak Emotions, das Variété-Atelier und die PussyBar nicht fehlen.

Ab ging es durch die Quartiere, welche dem Fahrer mitunter einiges an Geschick abverlangten. «Wir fühlen uns ja sehr geehrt, weil der Heuröpfel-Zunftmeister Beckhans de Maschenescht diesen Job macht», sagte Remo. An einem Hindernis scheiterte aber auch der Zunftmeister: Eine Mulde ragte einfach zu weit in die enge Strasse. Einige im Wagen witterten Sabotage, aber wer könnte den Fasnachtsschreiern übel wollen?

Mittlerweile hatten wir einige Haushalte besucht, wo wir sehr herzlich aufgenommen und versorgt wurden – das Rezept für den feinen Lebkuchen bitte an mich weitergeben. Die Fasnachtsschreier, zu denen für einen gelungenen Ablauf noch einige Personen mehr zählen, kamen nicht mit leeren Händen. Als Dank für die wunderbare Gastfreundschaft gab es etwas zum Geniessen und einen Stein mit Fasnachtsplakette für den Garten. Und als Krönung hatten die Schreier ein kleines Feuerwerk mit im Gepäck. Da ich einer Verschwiegenheitsvereinbarung zugestimmt habe, darf ich die spitzen Kommentare zu Quartieren und nicht geschmückten Häusern nicht wiederholen. Nur so viel: Einfache Sprache? Also bitte, Peter!

Auf jeden Fall herzlichen Dank für die lustige Tour, auf der ich das Dorf von ganz anderen Seiten kennen gelernt habe.

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