Winter gewinnt Eieraufleset

Dintikon Am zweiten Sonntag nach Ostern fand in Dintikon der traditionelle Eieraufleset statt – im Anschluss an das Gageln vom vorgängigen Wochenende. Brauchtum, Musik und Dorfgemeinschaft prägten den Nachmittag.

Die aufgeblasenen Schweineblasen dienen dem Klopfen.Foto: Debora Hugentobler

Die aufgeblasenen Schweineblasen dienen dem Klopfen.Foto: Debora Hugentobler

Die maskierten Eieraufleser können sich sehen lassen.Foto: Debora Hugentobler

Die maskierten Eieraufleser können sich sehen lassen.Foto: Debora Hugentobler

Die kostümierten Vereinsmitglieder der Eieraufleser Dintikon zogen um 13.30 Uhr vom ehemaligen Restaurant Mühle in einem Umzug zum Wettkampfplatz auf dem Schulareal. Von der Musikgesellschaft Dintikon angeführt, schlugen sie Stöcke mit aufgeblasenen Schweineblasen auf den Boden.

Zwischen Eiern und Ausdauer

Auf dem Areal angekommen, legten die Eieraufleser 101 Eier im Abstand von 60 Zentimetern auf den Boden. Anschliessend bestimmten die beiden Weissen, zwei Mitglieder des ältesten Jahrganges, per Hölzchenziehen ihre Rollen: Einer wurde Läufer, der andere Eieraufleser. Der symbolische Kampf zwischen Winter (Läufer) und Frühling (Eieraufleser) konnte beginnen: Der Eieraufleser stellte sich an den Anfang der Eierreihe und warf die Eier nacheinander in ein gespanntes Tuch. Verfehlte er ein Ei, musste er – begleitet vom Treiben der kostümierten Vereinskameraden – pro Ei die Strecke vom vordersten bis zum hintersten Ei laufen. Beim sechsten Mal durfte er sechs Eier aufnehmen und in den Spreukorb legen, wodurch sich die Strecke verkürzte. Zeitgleich rannte der Läufer eine 5,4 Kilometer lange Strecke nach Villmergen und wieder zurück.

Der Läufer gewann: Bei seiner Rückkehr lag noch fast die Hälfte der Eier auf dem Boden. Damit hat – zum Missfallen der Zuschauer – erneut der Winter gewonnen. «Es steht und fällt damit, wie viele Eier ins Tuch geworfen werden können», erklärt Brauchtumspfleger Patrick Thurnherr. Denn das ständige Stop-and-Go sei für den Eieraufleser sehr mühsam.

Feststimmung im Dorf

Während des Treibens unterhielt die Musikgesellschaft Dintikon das Publikum musikalisch. Drei junge Frauen verkauften die traditionelle «Schnitzelbank» – das Blättchen mit dem gereimten Dorfgeschehen des vergangenen Jahres. Nach dem Wettkampf trugen die Eieraufleser das Gedicht zweimal vor. Sie besangen dabei Autounfälle, Trunkenheit sowie Petrus, der sie beim letzten Eieraufleset – im Gegensatz zu diesem – scheinbar gehasst hat. Die Dorfgemeinschaft feierte die Jugendlichen und verweilte in der Festwirtschaft bei Musik von der österreichischen Band «Die Partykrocha».

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