Weltklasse zwischen Barock und Moderne

Niederlenz Strahlender Sonnenschein bildete die perfekte Kulisse für die 6. Niederlenzer Musiktage. Es war ein fantastisches musikalisches Wochenende in der reformierten Kirche.

Caroline Klemm und Lisa Steger, begleitet von Vital Julian Frey am Cembalo und Christoph Croisé am Basso Continuo.Foto: Peter Winkelmann
Caroline Klemm und Lisa Steger, begleitet von Vital Julian Frey am Cembalo und Christoph Croisé am Basso Continuo.Foto: Peter Winkelmann

Das Festival hat sich längst als Publikumsmagnet etabliert – und dieses Wochenende zeigte, warum: Vier Konzerte, die von der Uraufführung dreier Klavierkonzerte bis zum Barockkonzert mit Vital Julian Frey reichten, sorgten viermal für grossen Applaus und danach für viel Gesprächsstoff der Besuchenden im Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern.

Im Mittelpunkt standen drei vom Festival in Auftrag gegebene Klavierkonzerte. Den Auftakt machte das Gala-Eröffnungskonzert unter dem Dirigat von Christoph Croisé mit dem Beyond-Modern-Festivalstreichorchester und drei Pianisten. Massimiliano Matesic präsentierte sein neues, kraftvolles Werk selbst am Klavier. Christopher Tyler Nickels Komposition, inspiriert von nordamerikanischen Naturbildern, wurde von Oxana Shevchenko meisterhaft interpretiert. Christoph Croisés eigenes Konzert, gespielt von Gorka Plada Giron, überzeugte durch organische Klangentwicklung und grosse Wirkung mit minimalen Mitteln.

Virtuosität auf der Blockflöte

Am Sonntag entfachten die beiden 18-jährigen Talente Caroline Klemm und Lisa Steger mit ihren Blockflöten ein barockes Feuerwerk. Werke von Bach, Vivaldi und Corelli glänzten durch Virtuosität und Einfühlsamkeit – begleitet von Vital Julian Frey am Cembalo und Christoph Croisé am Basso Continuo. Die Lockerheit, mit der die zwei jungen Aargauerinnen der Blockflöte die Töne entlockten, wurde mit grosser Begeisterung aufgenommen.

Romantik pur und Zeitgenössisches

Die Uraufführungen von Croisés Streichsextett am Samstagabend und Matesics Klavierquintett zum Abschluss der 6. Niederlenzer Musiktage wurden stürmisch gefeiert. Besonders der temperamentvolle Finale-Satz von Croisés Sextett begeisterte durch «Roma-Temperament». Die Pianistin Oxana Shevchenko glänzte erneut am Klavierquintett-Sonnabend, während die Streichsextette mit Werken von Dvořák und Brahms unter der Leitung von Starviolinist Andrei Baranov mit Drive und Reife interpretiert wurden.

Ein strahlendes Wochenende Musikkunst, strahlende Stimmung – die Niederlenzer Musiktage boten ein unvergessliches Erlebnis. Das Publikum dankte es mit stehenden Ovationen: ein Fortissimo für alle Beteiligten.

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