Was und weshalb wird am 1. Augustüberhaupt gefeiert?
Möriken-Wildegg Die Bundesfeier fand traditionell auf Schloss Wildegg statt, feierlich umrahmt vom Jodlerklub Möriken-Wildegg und der Alphorngruppe Reussblick. Die Festrede hielt der hier wohnhafte SVP-Nationalrat Alois Huber.
In ihrer Begrüssungsansprache dankte Gemeindeammann Jeanine Glarner allen Mitwirkenden für ihren uneigennützigen Einsatz: der Kulturkommission MöWi Kultur, der Trachtengruppe Möriken-Wildegg für das feine gluschtige Kuchenbuffet in der Schlossscheune und Gemeinderat Stefan Säuberli für die ganze Organisation des Anlasses.
Glarner sorgte auch für Lachmomente, indem sie sich die berühmte rote Mütze von Bundespräsident Guy Parmelin aufsetzte: «Dieser Hut warder absolute Schlager an der Fussball-Weltmeisterschaft als feiner Seitenhieb an US-Präsident Donald Trump und sagt klar aus, dass die Schweiz die älteste moderne Demokratie auf der Welt ist.»
Demokratie ist sehr wichtig
Nationalrat Alois Huber freute sich, dass er hier in seinem «Beinahe-Zuhause» – er ist Landwirt auf dem Gutshof unterhalb vom Schloss – die persönlichen Gedanken zum Nationalfeiertag an die Anwesenden richten durfte. Er war auch sehr froh, dass seine Rede nicht boykottiert wurde als SVP-Vertreter: «Ich hatte keine Angst, da ich ja von einem Mitglied der SP angefragt wurde, und dies zeigt klar, dass in Möriken-Wildegg Demokratie sehr wichtig ist.»
Huber machte sich Gedanken, was und weshalb am 1. August, dem Geburtstag unseres Landes, gefeiert wird: «Feiern wir unsere Freiheit, unsere Unabhängigkeit, unsern Wohlstand, unsern Arbeitswillen oder unsere Sicherheit und unsere Gemeinschaft?» Er zählte zu jeder dieser Fragen Beispiele auf. Freiheit – sind wir wirklich so frei? Er erwähnte Baugesuche: «Kann ich frei entscheiden, wie mein Haus aussehen soll, wie hoch es sein darf und wie dicht ich die Parzelle überbauen darf?» Auch zu den andern Themen hatte er immer einleuchtende Argumente und meinte dazu: «Wenn ich nun auf alle aufgezählten Vorschriften, Bestimmungen und Verbote schaue, könnte ich gut sagen, all diese Schlagwörter wie Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit oder Wohlstand stimmen überhaupt nicht.
Als Einzelperson und aus meiner Sicht habe ich bestimmt recht, aus Sicht unserer Gemeinschaft würde ich jedoch allen Argumenten zustimmen, weil wir in unserem Land die direkte Demokratie pflegen und alle wichtigen Sachen durch das Volk an der Urne oder an Versammlungen beschliessen.» Laut Huber ist die direkte Demokratie sehr wichtig, und dies wird auch in Zukunft so sein, wenn wir weiterhin in einer Schweiz leben, wie sie uns zu Füssen liegt: «Aber ist wirklich alles so rosig und gut, wie wir es gerne hätten? Schaut nicht jeder für sich selbst?»
Huber ist sich bewusst, dass er mit diesen negativen Aussagen etwas provozierte. Wenn wir aber weiterhin unsere Schweiz in dieser Form erhalten, wie wir sie kennen und lieben, müssen wir uns auch dem Negativen stellen. Und zum Schluss seiner Rede meinte er scherzend: «Ich weiss, ich bin auch etwas kritisch geworden und wenn ihr alle das Gefühl habt, der da vorne hat nun wirklich viel Kabis erzählt, dann tut es mir leid – aber in der Einladung stand ja, dass ein Politiker die Festrede hält.»
Gemeinsam wurde mit tatkräftiger Unterstützung vom Jodlerklub die Nationalhymne gesungen und trotz dem Hinweis, dass leider der Lampionumzug und das Höhenfeuer auf dem Peterstoffel infolge Trockenheit nicht stattfinden, wurde noch fröhlich weitergefeiert.











