Nächstes Kapitel für «Happy Kittis»
Hunzenschwil Vor etwa einem halben Jahr machten Simona Meli Balbocchino und ihre Tochter Sofia de Maria ihr Kinderbuch «Happy Kittis» erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Inzwischen sind 50 bis 55 Exemplare in Umlauf. Nun soll das Projekt den nächsten Schritt machen – mit mehr Sichtbarkeit, ersten Kontakten zu Schulen und der Idee für Leseworkshops
Seit dem ersten Bericht über «Happy Kittis» haben Mutter und Tochter versucht, ihr Projekt sowohl in der Schweiz als auch in Italien bekannter zu machen. Das Buch ist auf Deutsch und Italienisch erhältlich. Simona Meli Balbocchino nahm Kontakt zu Pädagoginnen und Pädagogen, Psychologinnen und Psychologen sowie weiteren Personen auf, die mit Kindern arbeiten. Gleichzeitig stellten die beiden das Buch im persönlichen Umfeld und über soziale Medien vor.
Zu den besonderen Erlebnissen rund um «Happy Kittis» zählt für Sofia die italienische Schauspielerin Serena Autieri. Sofia liess ihr ein Exemplar des Buches als Geschenk zukommen. Umso grösser war die Freude, als Autieri sich Zeit dafür nahm und das Buch anschliessend von sich aus in ihrer Instagram-Story zeigte. Für Mutter und Tochter stand dabei nicht die zusätzliche Reichweite im Vordergrund, sondern die persönliche Geste und die Aufmerksamkeit, die die Schauspielerin Sofias Projekt schenkte.
Auch Miriam Delli, die in den sozialen Medien als AuryChefamily bekannt ist, erhielt das Buch als Geschenk für ihre Töchter. Später zeigte sie es gemeinsam mit ihnen in ihren Instagram-Storys. Diese spontane Reaktion habe Sofia und ihre Mutter ebenfalls sehr gefreut.
Ganz einfach ist der Weg dennoch nicht. Die Farben der ersten Drucke über Amazon wirkten zu blass, weshalb das Cover überarbeitet wurde. Auch Werbung auf Amazon und der Versuch, das Buch in den Suchergebnissen sichtbarer zu machen, erwiesen sich als schwieriger als erwartet. Die bisherigen Verkaufszahlen liegen unter den Hoffnungen der Familie.
50 bis 55 Bücher im Umlauf
50 bis 55 Exemplare sind mittlerweile in Umlauf. Ein Teil davon wurde über Amazon verkauft, andere Bücher kauften Mutter und Tochter selbst als Autorenexemplare und verschenkten sie, um «Happy Kittis» weiterzugeben. Die deutsche und die italienische Ausgabe sind inhaltlich identisch und unterscheiden sich durch ihre Coverfarben.
Bislang finden die Bücher ihre Leserinnen und Leser vor allem über Mundpropaganda, persönliche Kontakte sowie Facebook, Instagram und Whatsapp. Über Buchhandlungen wird «Happy Kittis» noch nicht vertrieben. Erste Kontakte in den schulischen Bereich wurden jedoch bereits geknüpft. Ein grosser Wunsch von Simona Meli Balbocchino wäre, das Buch künftig in Buchhandlungen und Schweizer Schulbibliotheken zu bringen. Besonders wichtig sind Mutter und Tochter die Rückmeldungen der Kinder. Eine Mutter berichtete zum Beispiel, ihre Tochter habe nach einer Geschichte gleich noch eine und noch eine lesen wollen. Die neunjährige Arianna habe sich in einzelnen Figuren wiedererkannt und sich persönlich bei Sofia bedankt. Eine andere Familie liest das Buch gemeinsam vor dem Schlafengehen. Bei einigen Kindern kommt insbesondere Mr. Bob mit seiner Geschichte über Mut gut an. Dass sich junge Leserinnen und Leser in den Figuren und ihren Gefühlen wiedererkennen, freut Simona Meli Balbocchino sehr. Denn die Figuren sind aus Sofias eigenen Gefühlen und Erlebnissen entstanden.
Mehr als nur Geschichten
«Happy Kittis» soll nicht nur Geschichten erzählen. Zu den einzelnen Erzählungen gehören zudem Aktivitäten und Reflexionsfragen. Kinder können zeichnen, über ihre Gefühle sprechen oder kleine Aufgaben zur jeweiligen Geschichte lösen. Eltern hätten zurückgemeldet, dass gerade diese Abwechslung gut ankomme.
Simona Meli Balbocchino hat inzwischen einen 18-stündigen Kurs zum Thema emotionale Kompetenz bei Kindern absolviert. Dieser habe ihr weitere Anregungen und Werkzeuge gegeben, um Kinder beim Erkennen und Ausdrücken ihrer Gefühle zu begleiten. Als nächsten Schritt könnte sie sich kleine Leseworkshops auf Deutsch und Italienisch vorstellen: Gemeinsam soll eine Geschichte gelesen und anschliessend eine passende Aktivität zum jeweiligen Gefühl durchgeführt werden. Einen solchen Workshop hat sie bislang noch nicht angeboten. Weitere Ideen gibt es. Eine englische Übersetzung ist ebenso angedacht wie ein Gefühlstagebuch mit den Figuren von «Happy Kittis». Auch Sofia hätte Lust, ein weiteres Buch zu gestalten. Zunächst soll aber das bestehende Werk mehr Leserinnen und Leser erreichen.
Die Handschrift eines Kindes
Dass Sofias eigene Handschrift erhalten bleibt, ist ihrer Mutter besonders wichtig. Die Figuren beruhen auf Zeichnungen, Gefühlen und Situationen, die Sofia selbst erlebt hat. Künstliche Intelligenz kam bei deren Gestaltung nicht zum Einsatz. Selbst wenn sich der Zeichenstil ihrer Tochter mit der Zeit verändern werde, solle «Happy Kittis» seine ursprüngliche Authentizität bewahren. Sofia selbst zeichnet derweil weiter. Besonders gern bringt sie Katzen aufs Papier, inzwischen übt sie aber auch Gesichter und Porträts und interessiert sich für Manga- und Anime-Figuren. Für «Happy Kittis» hat sie bereits neue Ideen: weitere Figuren für andere Gefühle, neue Geschichten – und vielleicht sogar eine Unterwasserwelt. Ein weiteres Buch könne sie sich gut vorstellen. Zunächst hat sie aber einen anderen Wunsch: «Zuerst möchte ich, dass die Leute mein erstes Buch lesen.»







